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Tereré ist ein kaltes Getränk aus Yerba Mate, den getrockneten Blättern des Mate-Strauchs. In Paraguay gehören oft Eis und zerstoßene Kräuter dazu. Viele Menschen trinken Tereré im Alltag gemeinsam. Dabei ist das Gespräch ebenso wichtig wie das Getränk.
Wenn dir jemand eine Guampa reicht, kannst du mittrinken, die Portion austrinken und das Gefäß zurückgeben. Ein freundliches Nein ist ebenfalls in Ordnung. Die Gewohnheiten unterscheiden sich von Runde zu Runde.
So wird Tereré zubereitet
Für Tereré füllt man Yerba Mate in eine Guampa. Das Trinkgefäß besteht zum Beispiel aus Horn; es gibt auch Gefäße aus Holz und Metall. Dazu stellt man kaltes Wasser in einer Kanne oder Thermosflasche bereit, oft mit Eis. Bei der traditionellen Zubereitung zerdrückt man frische Kräuter, die pohã ñana heißen, und gibt sie ins Wasser. Sie können aber auch fehlen.
Die Person, die einschenkt, gießt Wasser über die Yerba. Getrunken wird durch eine Bombilla, einen Trinkhalm mit integriertem Filter. Die Yerba bleibt dadurch im Gefäß. Nach jedem Schluck wird erneut Wasser eingegossen. Kräutermischungen und Zubereitungsschritte unterscheiden sich. Ein verbindliches Rezept gibt es nicht.
Tereré gemeinsam trinken
Eine Person, cebador oder cebadora genannt, schenkt ein und reicht die Guampa weiter. In der beschriebenen paraguayischen Praxis trinkst du deine Portion aus und gibst das Gefäß an diese Person zurück, die für den nächsten Schluck einschenkt. Ein hörbares Schlürfen am Ende gilt als Zeichen, dass du fertig bist.
Wenn du weitertrinken möchtest, gib die Guampa ohne Dank zurück. Ein „Gracias“ kann bedeuten, dass du aus der Runde aussteigen möchtest. Weil nicht jede Gruppe dieselben Gepflogenheiten hat, kannst du im Zweifel kurz nachfragen. Die Bombilla bleibt während des Trinkens im Gefäß; lass sie an ihrem Platz, statt sie zu bewegen. Und wenn du nicht teilen möchtest, darfst du die Einladung höflich ablehnen.
Die paraguayische Kulturbehörde beschreibt die Runde als Gelegenheit für Gespräch, Nähe und Austausch. Das Wissen über Zubereitung und Kräuter wird auch innerhalb von Familien weitergegeben. Deshalb gehört Tereré zum Alltag: Menschen trinken es zusammen, etwa beim Zusammensitzen oder während der Arbeit.
Tereré und heißer Mate
Beide Getränke bestehen aus Yerba Mate und werden durch eine Bombilla getrunken. Der Unterschied liegt zunächst in der Temperatur: Für Tereré nimmt man kaltes Wasser, für heißen Mate heißes Wasser. In paraguayischen Beschreibungen unterscheidet sich auch die Kräuterwahl: Erfrischende Kräuter für Tereré heißen pohã ro’ysã, Kräuter für heiße Zubereitungen pohã aku.
Die Bezeichnung „Mate mit Eis“ lässt wichtige Merkmale von Tereré aus. Auch das Wissen über die Kräuter und das Weiterreichen der Guampa gehören zur Tereré-Tradition. Zugleich enthält nicht jede Zubereitung Kräuter.
Tereré und immaterielles Kulturerbe
Die UNESCO nahm 2020 die Praktiken und das traditionelle Wissen rund um Tereré und pohã ñana in ihre Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Damit würdigt die UNESCO die Weitergabe von Wissen und das gemeinsame Trinken als Teil des Kulturerbes. Paraguay erklärte Tereré bereits 2011 per Gesetz zum Kulturerbe und Nationalgetränk; der letzte Samstag im Februar wurde als nationaler Tereré-Tag festgelegt.
Dass Menschen Kräuter traditionell verwenden, belegt nicht automatisch eine medizinische Wirkung. Paraguays Gesundheitsministerium erklärte 2023, dass für die meisten im Land verwendeten Heilpflanzen wissenschaftliche Nachweise zu Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Es wies außerdem auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten hin. Wenn du Medikamente einnimmst oder Kräuter nicht verträgst, verzichte auf unbekannte Mischungen und frage im Zweifel medizinisches Fachpersonal.