Zinsen Schweiz

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Etwas tieferes Niveau Der Zinsanstieg in der Schweiz ist noch lange nicht abgeschlossen. Grundsätzlich kann die Schweizer Wirtschaft steigende Zinsen verkraften. Die CS-Ökonomen haben die Auswirkungen der höheren Zinsen in der Schweiz untersucht. Man fragt sich, wie sich die Zinsen entwickeln werden, und brüllt, wenn Menschen ihr Geld in die Schweiz bringen.

Schweiz ist auf steigende Zinsen vorbereitet

Die Zinsen sind erst in den letzten Jahren gesunken. In Anbetracht der günstigen konjunkturellen Lage nähert sich jedoch die Trendwende bei den Zinsen. Inwieweit ist die Schweiz gut gerüstet? Mit Zuversicht. Obwohl die SNB noch keine Anstrengungen unternimmt, den Zinsen den Rücken zu kehren. In der Credit Suisse stellt sich jedoch die Frage, wie gut die Schweiz auf eine Trendwende bei den Zinsen eingestellt wäre.

In der Großbank sind die Volkswirte davon ueberzeugt, dass die schweizerische Volkswirtschaft die steigenden Zinsen gut aushalten kann. Diese Schlussfolgerung ist natürlich nicht zutreffend, da die Schweiz ein hoch verschuldetes Staatswesen ist. Gemäss Credit Suisse liegt die Verschuldung der Schweiz mit einem Anteil von fast 250% an der gesamtwirtschaftlichen Leistung auf einem ähnlichen Stand wie in Italien, den USA oder China.

In diesem Land ist die Schuldenlast der Privathaushalte viel wichtiger; 95% davon entfallen auf Hypothekenschulden, die sich auf rund CHF 730 Milliarden belaufen. Obwohl der Zinsanteil der Haushalte in der Schweiz zurzeit niedriger ist als je zuvor, was angesichts der äusserst niedrigen Hypothekenzinsen kaum verwunderlich ist.

Wenn diese Zinsen jedoch im Schnitt so hoch wären wie 2007 (3,3%), müßten Hausbesitzer das Doppelte für den Schuldservice aufwenden. Es überrascht nicht, dass die Volkswirte der Credit Suisse das größte Risiko für steigende Zinsen am Markt erkannt haben. Erhöhte Zinsen belasten die Immobilienwerte. In der Schweiz ist jedoch nicht mit einem starken Zinsaufwand zu rechnen, da die Festzinskredite rund 80% des Finanzierungsvolumens einnehmen.

Die seit der Finanzmarktkrise ergriffenen Vorsorgemassnahmen der öffentlichen Hand und der Bank sprachen nach Ansicht der Credit Suisse ebenfalls für ein relativ geringes Restrisiko. Auch der hohe Prozentsatz an langfristigen Festhypotheken ist dafür mitverantwortlich, dass der Privatkonsum in der Schweiz kaum auf Zinsschwankungen anspricht. Mit 62% ist der überwiegende Teil der schweizerischen Privathaushalte Mieter.

Die Auswirkungen von Zinsschwankungen spürt diese Personengruppe nur sehr langsam und in geringerem Maße. Die Credit Suisse rechnet auch nicht mit wesentlichen Konsequenzen für die Investitionsentscheidungen der Firmen. Diese Feststellung trifft nur bedingt auf Investitionen im Baugewerbe zu, die auf Veränderungen der Zinssätze zu.

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