Vorwahlverzeichnis Europa

Vorauswahlliste Europa

Die Vorwahlen beziehen sich auf den Standort Deutschland. Sie suchen einen bestimmten Ländercode für ein Land in Europa? Durch Anklicken des gewünschten Landes werden alle verfügbaren Vorwahlnummern dieses Landes angezeigt. Sie erhalten nach jeder weiteren Vorwahl eine Übersicht, wie in den jeweiligen Bundesländern abgestimmt wurde.

Vorwahlen in Frankreich: Eine mediale Empfindung mit weit reichenden Konsequenzen - für Europa

Seit Wochen hatten die französischen Meinungsforschungsinstitute Alain Juppé als großen Liebling für die erste Wahlrunde für die Präsidentschaftswahlen der konservativen Partei gefeiert. Hinter ihm kam Nicolas Sarkosy mit einem deutlichen Vorsprung, dann lange Zeit nichts. Dann, an einem gewissen Punkt, François Fillon. Es wurde nur darüber gesprochen, ob Juppé oder Marineinfanterist Juppé oder Marineinfanterist Le Pen von Frontnational bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat haben werden.

Nahezu drei Mio. französische Staatsbürger haben an diesem Tag darüber abstimmen lassen, wen sie sich am besten als Präsidentschaftskandidat für die "Républicains" vorzustellen haben. François Fillon führte am späteren Abend (rund 44 Prozent) und wird am nächsten Tag der Sieger sein. Zweiter wurde der frühere Liebling Alain Juppé (gut 28 Prozent).

Nicolas Sarkozy liegt mit etwas mehr als 20 Prozentpunkten deutlich zurück. Wird dies nicht durch ein Wunder des Zählens im Sonnenaufgang geändert - und das ist bereits in den französischen Wahlkreisen geschehen - ist dies eine mediale Empfindung mit schweren Konsequenzen. Für Europa auch. Zum einen ist damit die Politikerkarriere von Nicolas Sarkozy zu Ende.

An jenem Tag verkündete er, dass er sich ins private Leben zurückgezogen habe - und rief seine Unterstützer auf, seinen ehemaligen Ministerpräsidenten bei den Stichwahlen am nächsten Sonntagabend zu bestimmen. Bei diesem Wahlkampf versuchte er sich auf den Donald Trump-Effekt zu verlassen und nannte sich selbst einen "Kandidaten des Volkes". Juppé war offensichtlich auch nicht überzeugend.

Die Favoritin in den Wahlen war die Älteste der Bewerber. Juppé war, wie sich einige vielleicht erinnern, vor 20 Jahren als Ministerpräsident unter Jacques Chirac nicht in der Lage, das Lande zu verändern. Fillon, der fünf Jahre lang Sarkozys treuer Ministerpräsident war und inzwischen viele Demütigungen gesammelt hat.

Jetzt ist er der klare Liebling in der zweiten Runde am folgenden Rennwochenende - und wenn er danach gewinnt, hat er keine schlechte Chance, im Frühling in den Élysée Palast zu ziehen. Der mäßig konservative Abgeordnete ist wahrscheinlich für einen Teil der gemäßigten Rechten und des bürgerlichen und liberalen Lager geeignet. Laut Meinungsumfragen hat derjenige, der im Monat April für die Linkspartei kandidiert, keine Chance, in die Stichwahl aufzusteigen.

Sie ist zuverlässig, kalkulierbar und handlich. In einer Zeit, in der jeder den Triumph des populistischen Glaubens beschreibt, ist die gute Chance, dass ein unaufgeregt er, nicht populistischer Anwärter jetzt eine gute Chance hat, ein konservativer Präsident zu werden, ein gutes Vorzeichen. Für Europa auch.

Mehr zum Thema