Tourismus am Mittelmeer

Mittelmeer-Tourismus

Bereits in den dreißiger Jahren war das Mittelmeer das Traumziel der Touristen. Zu dieser Zeit war sie jedoch hauptsächlich auf die Reichen und Schönen beschränkt. Jedes Jahr zieht es Millionen von Menschen in den Urlaub ans Mittelmeer. Sonnig, viel Strand und Meer - und das alles zu einem erschwinglichen Preis: Das Mittelmeer ist das begehrteste Urlaubsziel der Welt. Eine besondere Problematik des Massentourismus ist der hohe Wasserverbrauch von Hotels, Schwimmbädern, Golfplätzen und Parks.

Massentransport am Mittelmeer

Schon in den 30er Jahren war das Mittelmeer das Traumreiseziel der Einheimischen. Mittlerweile sind Spanien, Italien, Griechenland und auch die Nordafrikanische Länder jedes Jahr das Traumreiseziel von vielen anderen. Das Mittelmeer ist zum weltweit bedeutendsten Urlaubsziel geworden. Die Anzahl der Urlauber wird bis 2020 auf 350 Mio. geschaetzt.

Sonnenschein, Sandstrand und Wasser - und das zu einem vernünftigen Tarif, das macht das Mittelmeer so reizvoll. Aber nicht die Ferienregionen selbst sind es, die am meisten vom Tourismus einnehmen. In den letzten drei Jahren gingen zwei Dritteln der Einnahmen internationaler Urlauber in die Hand von weniger als zehn nordischen Veranstaltern.

Schmutz und Abfälle wurden zurückgelassen und strömten größtenteils in die Stadt. Die WWF-Studie ist ernüchternd: Wenn der Tourismus weiter zunimmt, werden nicht nur bereits erschlossene Flächen weiter beschädigt, sondern auch die unberührten Küsten- und Meeresgebiete werden sich dramatisch ändern. Es ist jedoch sehr schwierig, die Konzepte des umweltfreundlichen Tourismus auf den mediterranen Raum zu verlagern, wo mit 22% der Weltreisenden eine ganz andere Größenordnung erlangt wird.

Bisher waren Umweltzeichen für den Tourismus nur in kleinen Gebieten erfolgreich. Doch wenn der Tourismus weiter zunimmt, wird es kaum Grenzen geben. Ob dies eine wirkliche Chance für einen nachhaltigen Massentransport sein kann, werden die kommenden Jahre aufzeigen. Zurueck zu " See und Tourismus

Konsequenzen des massenhaften Tourismus - Das Mittelmeer wird knapp - Anreise

Urbanisation und Wasserknappheit, Umweltproblematik und überfischung - der Mittelmeerraum läuft Gefahr, zu Opfern seiner Attraktivität zu werden. Die Urbanisation der Azur ist ein Beispiel für den zunehmenden Druck auf den Mittelmeerraum. Der Mittelmeerraum bedroht durch Urbanisation und Wasserknappheit, Umweltproblemen und Ueberfischung. Experten mahnen zunehmend, dass die Mittelmeer-Küste nach und nach betoniert wird.

Der Touristenstrom - vor allem im Automobilverkehr und in den Müllbergen - gerät außer Kontrolle. Ein regionales Zentrum des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hat ein Warnszenario erarbeitet, wie sich der Mittelmeer-Notstand von 2025 auf "La Grande Bleue" auswirken wird, wenn die Uferstaaten nicht eine radikale Kehrtwende vollziehen.

Nach dem 430-seitigen " Blauen Plan " werden 2025 an den Ufern des Mittelmeers wenigstens 174 Mio. Menschen wohnen (2005: rund 150 Mio.). Die Demografen bezeichnen das, was in die Gegend kommt, als galoppierendes Bevölkerungswachstum. Wenn alles so weitergeht, werden in zwei Dekaden weitere 4.000 Kilometer Küstenlinie betoniert - die halbe Küstenlinie wird dann der Verstädterung und den Infrastrukturen unterworfen sein.

Die Wasserknappheit nimmt zu, vor allem am Südrand des Sees, dessen 46.000 Küstenkilometer von 21 Ländern geteilt werden. Weitere Betriebe, Verkehrsstrukturen, Abwasserprobleme, ein Anstieg der Touristenzahlen um mehrere tausend und mehr, während sich der Frachtverkehr auf dem Mittelmeer nahezu verdreifacht - der ärmere Teil des Südens ist von diesem Druck besonders stark betroffen. "Das schwache wirtschaftliche Wachstum, die globale Erwärmung, die wachsende Verstädterung - die größte Bedrohung ist die Perspektive einer zunehmenden gesellschaftlichen, ökonomischen und ökonomischen Kluft zwischen Nord- und Südufer", sagen die 300 Experten des Teams "Plan Bleu" unter der Leitung von Benoît.

Wer das Haupteinnahmequelle Tourismus nicht ausgraben will, muss den Wasserverbrauch begrenzen. Laut der Expertendiagnose sind es keineswegs nur die Menschen, die unter dem konzentrierten bürgerlichen und umweltbedingten Stress auf das Mittelmeer und seine Küste gelitten haben. Diejenigen, die am Mittelmeer arbeiten, leben meist vom Tourismus, der Agrarwirtschaft oder der Fischerei.

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