Paraguay Tourismus

Klasse statt Masse: paraguayische Touristik

Paraguay und sein Tourismus verlassen bewusst ausgetretene Marketingpfade. Das wunderhübsche und artenreiche Land will aus den Fehlern anderer Destinationen lernen und untersagt den Bau von klobigen Hotelanlagen und freizeitparkähnlichen Resorts. Es möchte Ursprünglichkeit vermitteln und setzt auf Reisende, die ein echtes Interesse an der Kultur, den einzigartigen Sehenswürdigkeiten und der üppigen Flora und Fauna haben. Sanft und überlegt soll in Paraguay der Tourismus daherkommen. Schnäppchenjäger, die sich die Ferienzeit ausschließlich mit Cocktails, Strandtagen und Sonnencreme gestalten wollen, spricht man gezielt nicht an.

Langsames Aufkeimen

Paraguay

Bis vor wenigen Jahren war Paraguay noch ein weißer Fleck auf der Landkarte der Touristik. Außer einigen Backpackern und wenigen Individualreisenden verirrte sich kaum ein Urlaubsgast hierher. Der Staat hat sich auf die Reize seiner größtenteils unberührten Natur besonnen und wirbt mit deren Reichtum und Vielfältigkeit. Die Klientel, die damit angesprochen werden soll schätzt den unverbauten Blick auf die Regenwälder und Hügelketten Paraguays. Zunächst schloss sich die nationale Tourismusbranche mit anderen Staaten Südamerikas zusammen und bot sich Reiseveranstaltern als Zwischenstation für kontinentale Rundtrips an.

Tourismus in Paraguay
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Ruinen einer Jesuiten-Siedlung aus dem 17. Jahrhundert in Trinidad

Während dieser Phase des Erprobens fungierte man als maximal zweitägiges Ausflugsziel für Touristen, die sich binnen drei Wochen die wichtigsten Highlights Südamerikas ansehen wollten. Der Paraguay-Tourismus lernte fortwährend dazu und sammelte allmählich Know-how über die Erwartungshaltungen der internationalen Gäste. Diese stammen noch heute vorwiegend aus Nordamerika und Europa. Fremdenverkehrsbüros, Ämter und die Reiseführer vor Ort beschlossen den Weg des Ökotourismus zu gehen. Die Ansprüche der Besucher und die Bedürfnisse der Natur sollen in Einklang gebracht werden. Schließlich will man ja nicht zerstören, weswegen Sie als Reisender nach Paraguay kommen. Sich den Ast abzusägen auf dem die Tourismusbranche sitzt, haben andere Destinationen vorgemacht. Diesem negativen Beispiel soll, so die einhellige Meinung der Paraguayer, tunlichst nicht gefolgt werden.

Die Säulen der paraguayischen Touristik

Der Binnenstaat ist dünnbesiedelt und beschenkt seine Gäste deshalb mit fabelhaft einsamen Impressionen. Im Gran Chaco, der gigantisch großen Ebene des Westens leben 1000mal so viele Rinder wie Menschen. Der wohltuend weite Naturraum geht weiter südlich nahtlos in die Pampa über und bietet die Option, seltene Tierbeobachtungen zu machen. Ganz im Osten Paraguays, genauer gesagt kurz bevor sich der Iguazú in den Rio Paraná ergießt, erwartet Sie der nächste touristische Höhepunkt: die Iguazú-Wasserfälle. Brasilien, Argentinien und Paraguay teilen sich dieses zauberhafte, laut tosende Festspiel der Natur. Die Katarakte sind höher als jene der Niagara- und breiter als die Fallkante der Victoriafälle und doch zählen sie ob ihrer versteckten Lage immer noch zu den sehenswerten Geheimtipps Südamerikas.

Paraguay und den Tourismus ausschließlich auf Natur und Landschaft zu reduzieren, wird dem wasserreichen Binnenstaat jedoch kaum gerecht. Asunción, die pulsierende Hauptstadt gehört zu den ältesten Metropolen Südamerikas und wurde bereits 1537 gegründet. Touristen werden auf den Spuren der spanischen Entdecker wandeln, in den Museen der Millionencity Mannigfaltiges über die Kultur der Ureinwohner erfahren und an den prunkvollen Kirchenbauten ablesen können, dass die missionarischen Bemühungen der Jesuiten überaus erfolgreich waren. Dies beweisen auch die Reduktionen im Südosten Paraguays. Die beiden Ruinenstätten wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und als solches dürfen Sie sie auf Ihrer Rundreise durch Paraguay keinesfalls versäumen.

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