Paraguay Kriminalität

Sicherheit und potenzielle Gefahren

Entgegen vieler sensationsheischender Medienberichte verfügt Paraguay über eine Kriminalität, die nicht höher ist als in anderen Ländern. Im Gegenteil. Der Staat liegt hinter der Kriminalitätsrate Brasiliens, Kolumbiens und vieler weiterer südamerikanischer Regionen zurück. Paraguay gilt als verhältnismäßig sicher. Selbstverständlich existieren, wie überall auf dem Planeten, Gegenden, in welche sich Touristen nicht verirren sollten.

Manche Stadtviertel Asuncións sind gefährlich und werden vom organisierten Verbrechen kontrolliert. Vor allem der Drogenhandel trägt einen großen Anteil an der nationalen Kriminalitätsstatistik.

Paraguay

Die häufigsten Straftaten werden in den Bereichen Einbruch, Diebstahl und leichte bis mittelschwere Körperverletzungen verübt. Wer zu nachtschlafender Uhrzeit durch die sozialen Brennpunkte der Hauptstadt spaziert, läuft Gefahr überfallen zu werden. Doch dies ist in Deutschland, Italien, Spanien oder innerhalb der USA auch nicht anders. Sollten Sie trotz aller Sicherheitsvorkehrungen bei einem Aufenthalt in Paraguay diese Kriminalität am eigenen Leibe erfahren, wehren Sie sich nicht. Die Täter wollen den Überfall schnell hinter sich bringen und verschwinden in der Regel ohne ihren Opfern Gewalt anzutun. Geben Sie Geld und Wertgegenstände deshalb ohne zu zögern heraus und leisten Sie keinen Widerstand.

Kriminalität in Paraguay
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Itaipú: Staumauer und Wasserkraftwerk an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay

Kapitalverbrechen sind selten

Auch wenn die Gesamtzahl der begangenen Überfälle und Diebstähle seit der Demokratisierung des Landes und der damit leider einhergehenden Erhöhung der Arbeitslosenquote gestiegen ist, kommt es nur selten zu Verbrechen. Mord, Vergewaltigung und Totschlag bleiben die Ausnahme. Außerdem spielen sich derartige Straftaten, falls sie sich überhaupt ereignen, zu über 90 Prozent innerhalb der Familie ab. Verbrechen aus Leidenschaft, Eifersucht, Habgier oder aus Hass betreffen zumeist Verwandte, Freunde oder den eigenen Ehepartner. Deutsche Touristen kommen damit so gut wie gar nicht in Berührung.

Paraguay ist keine Insel der Glückseligen. Das organisierte Verbrechen hat hier ebenfalls längst Fuß gefasst. Der Drogenhandel verfügt über mafiaähnliche Strukturen und schließt auch den Polizeiapparat mit ein. Obwohl es natürlich auch viele gewissenhafte und freundliche paraguayische Polizisten gibt, denen die Sicherheit ihrer Mitmenschen ein wirkliches Anliegen ist, genießt die Behörde keinen guten Ruf. Unter den Einheimischen wird gerne der Ausspruch benutzt, dass es erst dann wirklich gefährlich wird, wenn die Polizei anrückt. Wer eine Rundreise durch Paraguay unternimmt, kommt zwangsläufig mit den sogenannten Straßenkontrollpunkten in Berührung. Dort überprüfen die bewaffneten Beamten sämtliche Dokumente der Fahrzeuginsassen und nehmen auch gerne die eine oder andere Sonderzahlung entgegen. Schmiergeldzahlungen werden als etwas völlig Normales und nicht Verwerfliches angesehen. Nehmen Sie die zeitliche Verzögerung gelassen hin und begegnen Sie den Polizisten mit freundlicher Zurückhaltung. Sich aufzulehnen führt nur zu zusätzlichem Zeitverlust.

Regionen, die es zu meiden gilt

Die Ejercito Popular Paraguayo ist eine Gruppe von Guerillakämpfern, die sich rigoros gegen den Kapitalismus ausspricht und deswegen immer wieder Anschläge auf Großgrundbesitzer verübt. Die Terroristen stehlen Vieh, entführen Personen und versuchen damit Lösegelder zu erpressen. Normale Touristen stehen nicht im Fokus der EPP. Die Gruppierung operiert hauptsächlich im Gran Chaco, genauer gesagt in den Verwaltungsbezirken San Pedro und Conceptión. Um in Paraguay dieser Kriminalität zu entgehen, meidet man bestenfalls diese beiden Departamentos. Wachsam zu sein und jedem Menschen mit einer gesunden Portion Misstrauen zu begegnen, kann überdies nicht schaden. Wie überall auf der Welt gibt es in Paraguay überwiegend liebenswürdige und nur ganz wenige kriminelle Zeitgenossen.

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