Musik aus Abfall

Die Musik aus dem Abfall

Sie ist nicht so sehr an Musik interessiert. Die Abfall Bayerns[Vinyl Schallplatte][Double LP]. Eine Gruppe aus dem Tessin stellt Musikinstrumente aus den Abfällen des Zuges her. Man muss sagen, dass die Müllabfuhr in Taipeh so etwas wie Humor im Kampf gegen die Abfallberge entwickelt hat. Sotho Sounds" bauen ihre Instrumente aus Abfall.

Die Cateura Garbage Orchestra

Die unmittelbare Umgebung von Cateura ist ein riesiger Slum. Der hier wohnt, der mit dem Abfall zusammenlebt. Einige der Anwohner sammeln und recyceln die rund 1,5 t Abfall, der in Cateura ausgeladen wird. Anscheinend kein Platz für Musik. Vor acht Jahren hatte der Paraguayer und Hobbygitarrist Favio Chavez jedoch eine raffinierte Idee: Er begann, aus Abfall Musik zu machen.

Damals, vor acht Jahren, erschien es unvorstellbar, dass die Cateurakinder Musik machen würden. Aber Chávez selbst benutzte die Abfälle, um Violinen, Cellos und Flöten zu bauen. Favio Chavez gelingt es, eine eigene Schule und dann ein eigenes Musikorchester zu gründen. Mittlerweile gehen die beiden Nachwuchsmusiker auf Welttournee.

Marokko - Musik aus Abfall (Archiv)

Die Cateura befindet sich am Stadtrand der paraguayischen Landeshauptstadt - und ist die Müllhalde der Großstadt. Gibt es keinen Platz für Musik? Favio Chávez, der Abfall-Experte und Hobbygitarrist, hatte eine raffinierte Idee: aus Abfall Musikinstrumente zu machen. Im Armenviertel in der paraguayischen Metropole Asunción haben junge Leute die Musik aufgetischt. Der Bezirk heisst so, weil er oft überflutet ist.

Ein Banner mit der Inschrift "Escuela de Música" - Musikschule flackert auf einem verfallenen Bau. Der Lärm der Strasse wird hier von einem Gewirr verschiedener Geräte unterdrückt. Auf der einen Seite des Innenhofes spielen Trompeten, ein paar Schritte entfernt trainieren die Trommler, und aus den Proberäumen im Obergeschoß bläst der Klang von Saxophonen und Bässen.

Der zweigeschossige Bau mit Innenhof ist die Residenz der Cateura Music School and Orchestra. Cateura ist der Name der riesigen Müllhalde von Asunción. Es ist nur etwa einen Km weit weg und hat dem Ensemble seinen eigenen Titel zuerkannt. Ich schulde das meiner Grossmutter, die eines Tage die Schule besuchte und mich registrierte.

"Ada Ríos tritt im Sinfonieorchester der Recycling-Instrumente von Cateura auf, wie es amtlich genannt wird. In Paraguay und im Ausland ist das Ensemble sehr bekannt geworden, da es auf Müllinstrumenten mitwirkt. "Zu Beginn des Geigenspiels hielt ich es für eine echte Geigerin, nur in einer anderen Klangfarbe.

Sie ist nicht nur im Ensemble, sondern gibt auch selbst Geigenunterricht. Am Samstagmorgen kommen beinahe 200 Schüler aus der armen Siedlung Bañado in die Sommerschule. Bei Noelia wird ein Cello gespielt, das aus einer großen Konservendose bestand, die einst Erdöl beinhaltete. "Wir machen keine Medikamente, weil wir Musik machen. Wir bringen den Kleinen bei, dass Musik etwas Besonderes ist.

Bei uns in der Nachbarschaft sind viele junge Menschen von Drogen abhängig. "Jorge Ríos, der Familienvater der Schwester, checkt heute Morgen in der Hochschule. Tatsächlich ist der 36-Jährige Schneider, aber er führt auch den Elternverein, der die Leitung der Grundschule und des Orchesters übernimmt. Ich sollte an Samstagen trainieren, aber ich bevorzuge es, mich um unser Ensemble und die Hochschule zu kümmern.

Es war mein Wunsch, selbst einmal Musikerin zu werden. Ab und zu kommt ein Junge aus der Nachbarschaft und sieht scheu durch das Gate. - Aber ich weiß nichts über Musik. - Aber du magst Musik? - Ja.... Alles hier ist etwas gefährlich für die Nachkommen.

Die Musikstudenten und das Ensemble musizieren auf Müllinstrumenten, aber in den vergangenen Jahren wurden uns viele übliche Musikinstrumente geschenkt, die auch die jungen Leute mitbenutzen. "Im Erdgeschoß lehrt eine entschlossene Dame mit einer langen lockigen Mähne die Einsteiger in die Meditation. Auf Wiedersehen, während sich die Mitglieder des Orchesters und die Musikstudenten von einander trennen, sitzt ein dunkelhäutiger, leicht stämmiger Mann mit Gläsern in einem der nun leer stehenden Proberäume.

"Ich heiße Favio Chavez, ich bin der Leiter des Orchesters von Cateuras Recyclinginstrumenten. Auf der Mülldeponie hatte ich vor acht Jahren die Vorstellung, aus Abfall Instrumenten zu machen. Zielsetzung: Musikunterricht für die Kinder der Nachbarschaft. Die Musik ist nur mein Steckenpferd. "Favio Chavez kam 2006 als Umwelttechniker zu Cateuras Müllhalde.

Der Gedanke, die Kids auf Müllinstrumenten herumspielen zu lassen, hatte damit zu tun, dass die Menschen hier keine echten Geräte kaufen können. Doch auch, weil viele von ihnen nicht sehr diskret und achtsam sind. Dies hätte es schwer gemacht, ihnen ein normales, empfindliches Instrumentarium zu hinterlassen. "Nicolás Gomez, der Instrumentenmacher des Cateura-Orchesters, hat seine Arbeit im Innenhof aufgenommen.

Favio Chavez hat mich gefragt, ob ich keine Musikinstrumente machen will. Unser Instrumentarium wurde immer besser. Dafür zahlt ihm das Sinfonieorchester ein Honorar in Höhe von fast vierhundert Euros pro Jahr. Und wer denkt, dass man aus Abfall ein Instrument machen kann? "Jorge Ríos, Präsident der Elternvereinigung des Orchestras, geht durch den Bau zum Cateura-Depot, um zu sehen, wo er selbst eine Weile als junger Mann wirkte.

An den Straßenrändern stapeln sich immer mehr Abfälle, der Gestank wird immer bissiger. "Dieser Abfall ist nicht wirklich Abfall für die Menschen in dieser Gegend. Abfall heisst Geld verdienen. Abfall bedeutet: das alltägliche Leben. Die Restmüllmenge ist flach. Eine hügelige Mülllandschaft stapelt sich vor ihm - wo sie nicht zu sehen ist.

"Jeden Mittwoch Nachmittag treffen sich das Cateuras iatisches Ensemble zur Einstudierung. Obwohl die meisten von ihnen heute ganz gewöhnliche Musikinstrumente verwenden - heute spielt sie auf ihren Trash-Instrumenten. Es herrscht eine fröhliche Atmosphäre, aber gleichzeitig herrscht eine geballte Anspannung: Am folgenden Tag wird das Ensemble ein Benefizkonzert veranstalten, und in wenigen Tagen steht die kommende Deutschlandtournee an.

Der 28-Jährige studierte Kontrabass am Musikkonservatorium und arbeitete als Dirigentassistent von Favio Chavez. Er ist auch der akademische Direktor der Musikhochschule. "Hier habe ich begonnen, weil ich die Recyclinginstrumente als Mittel zur Entwicklung der Menschen in diesem Gebiet betrachte. Doch dann wurde mir klar, dass es keine Bedeutung hat, dass die Geräte aus Abfall bestehen.

Was zählt, ist die Musik. Wir wollen sie gut beherrschen, ganz gleich welche Musikinstrumente. Bei der Musik machen wir nicht daran gedacht, auf einem Müllstück zu arbeiten. Alles klingt einzigartig: mehr metallisch als herkömmliche Musikinstrumente. Man muss die Recyclinginstrumente jedoch stärker einsetzen, weil sie weniger Nachhall haben.

Die 15-Jährige Natalia Domingez spielte seit ihrer Gründung vor drei Jahren mit den besten Studenten der Musikhochschule im Ensemble. "Das ist wirklich erstaunlich, wie sich unser Ensemble weiterentwickelt hat. "Während die anderen Musikanten im Innenhof plaudern, spricht Natalia über die vielen Fahrten, die sie mit dem Ensemble gemacht hat: in die USA, nach Deutschland, Norwegen, Spanien, Palästina, Kolumbien, Argentinien und Chile.

"Musik hat mir eine ganz neue Dimension eröffnet und so viele Moglichkeiten. Es ist aber auch eine große Aufgabe, dem Ensemble beizutreten. So habe ich mein eigenes Verhalten besser organisiert: zwischen Unterricht, Musik und Hausaufgaben. "Die Tonspur der Reihe Game of Thrones, Mozart, Benjamin P. L. Beethoven, paraguayischer Komponist, Filmmusiker und Jazzer - das Programm des Müllorchesters von Cateura ist vielseitig.

In der Kapelle sind die drei Schülerinnen von Carmen Cabrera zu hören. Als Mitglied der Elternvereinigung ist sie für die Organisation der Prozesse in der Hochschule und für die Sozialarbeit mitverantwortlich. Mein Job ist es, zu kontrollieren, ob die Schüler gut in der Ausbildung sind und ob das erhaltene Kapital vernünftig eingesetzt wird. Es ist unsere grösste Anstrengung, die Erziehungsberechtigten davon zu überzeugen, dass sie regelmässig zu den Probe- und Unterrichtsstunden kommen.

"Im armen Stadtteil Báñado ist es üblich, dass ein Kind seinen Familien den Unterhalt seiner Mutter sichert. Arbeitet man zusammen, verbessert man das Familieneinkommen ein wenig. Wir bezahlen einigen Erziehungsberechtigten eine Entschädigung für ihre nicht arbeitenden Schüler, die zu den Proben und zum Training kommen. "Favio Chavez: "Das große Übel hier in der Nachbarschaft ist, dass viele unserer Schüler, wenn sie 15 Jahre alt sind, von ihren Müttern zum Müllrecycling oder auf die Müllhalde gebracht werden, wo sie ihrem Familienvater aushelfen.

"Favio Chavez, der Orchesterleiter, will mit der Musik rund 200 Kindern und Jugendlichen aus dem Bundesstaat eine Perspektive für die Zukunft geben. Und dass die talentiertesten und fleissigsten von ihnen, die es ins Ensemble schaffen, wesentlich besser dran sind. Erstellt die Gastfamilie einen zusammenhängenden Entwurf, erhält sie vom Sinfonieorchester Wohlstand.

Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt der Ort, an dem sie zu Hause praktizieren können, und sie können sich nicht ausruhen. Bei manchen haben wir bereits einen Raum hinzugefügt, der ihnen zusteht und in dem sie ihr Werkzeug praktizieren, für die Schulzeit erlernen und ihre Intimität haben. Sie ist eine derjenigen, für die das Ensemble zu Hause ein eigenes Wohnzimmer erbaut hat.

Deshalb praktiziert Maria heute an der Musikhochschule. "lch möchte Musik zu meinem Metier machen. Als Geigenlehrer möchte ich die Schüler in diesem Stadtteil, in dem ich aufwuchs, ausbilden. Ich träumte aber auch davon, in einem professionellen Orchester zu sein. "Marías "eigenes Zimmer" ist etwa 15 Min. von der Musikhochschule enfernt.

Ihre Familienwohnung ist an einem Bach, der vollständig mit Abfall gefüllt ist. Viele Menschen in der Region Asunado müssen vom Recycling der Abfälle der Einwohner von Assunción profitieren, aber der arme Bezirk selbst muss ohne kommunale Abfallsammlung zurechtkommen. "Seit 35 Jahren sammele ich Abfall, aber nur ab und zu. Ich soll aufhören, weil ich mich übergeben muss.

Derjenige, der Abfall einsammelt, bekommt jeden Tag etwas Bargeld. Zu den Jugendlichen, die klauen, frage ich: Warum gehst du nicht und sammelst Mist? Mit ihrer jüngsten Tochtergesellschaft María und ihren beiden Enkeltöchtern, der Mutter von Miriam Rios, haben sie sich für die Schule eingeschrieben. "Ich habe Musik schon immer geliebt. Ich musste meine Tocher María nicht überzeugen, sie warf sich mit Enthusiasmus in die Musik.

Ein paar Std. später, im Innenhof der Muzikschule. Manche Musikanten sind schon da und lagern ihre Musikinstrumente in zwei Kleinbussen. Unglücklicherweise sind einige Musikanten ziemlich pünktlich - deshalb bestell ich sie immer sehr zeitig. Als Stipendiat an einer Hochschule, die einen Vertrag mit dem Orchestra of Recycling Instruments of Cateura unterzeichnet hat, studierte er Jurist.

Endlich ist das Ensemble fertig und die Autobusse starten - von den Slums durch den starken Berufsverkehr in die Innenstadt. Auf dem Weg dorthin spricht die Violoncellistin Noelia ruhig mit ihrer Bekannten Evelyn, die Saxophonist ist. "Nach einer halben Stunde drängeln sich die Musikanten in die Theatergarderobe, wechseln und stimmten ihre Musikinstrumente.

Dieses Genre mag ich nicht, aber mit einer so renommierten Band zu arbeiten, war einzigartig. Die Organisatoren der Tour sagten uns, dass es total irre sei, dass wir bei einem Rock-Konzert Klassik gespielt hätten. "Wir wollen, dass du hörst, wie sich dein Abfall anhört. Mit weissen Shirts und Blousons und ihren farbenfrohen Musikinstrumenten stehen die Musikanten auf der BÃ?hne.

Der Gründer und Chefdirigent Favio Chavez heißt das Auditorium willkommen. "und wir kommen aus der Gegend um Cateura. Aus dem Abfall, den Sie entsorgen, meine Herrschaften, fertigen wir das Instrument. Sie sollen sich anhören, wie sich Ihr Abfall anhört. "Die gut angezogenen Besucherinnen und Besucher staunen über die Musik, die die Mitglieder des Orchesters aus dem recycelten Material gewinnen.

Aus zwei Konservendosen begleitete Favio Chávez das Ensemble auf seiner Musik. Am Abend führt er die einzelnen Geräte ein und erläutert, aus welchen Werkstoffen sie sind. Ungeachtet ihres Glühlampenfiebers schafft es das Soli der kleinen Evelyn, die ernsthaft und kollektiv vor dem Ensemble steht, hervorragend. "Das ist das zweite Mal, dass ich das Symphonieorchester höre, und ich bin ganz erregt.

Es gibt nicht alles Schlechte, es gibt nicht nur einen Engpass, sondern auch Musik, Talente und Eifer. Welch eine tolle und raffinierte Vorstellung, aus Abfall Werkzeuge zu machen und den Kinder in der verschmutztesten und unsicheren Gegend von Asunción eine Möglichkeit zu bieten!

Mehr zum Thema