Müllorchester

Müllkapelle

So lautet das Motto von Favio Chavez, dem Gründer des Müllorchesters. " Das ist das Motto von Favio Chavez, dem Gründer des Müllorchesters. Der Müll erweckt müde Musiker zum Leben! So lautet das Motto von Favio Chavez, dem Gründer des Müllorchesters. Eines der Projekte ist das "Müllorchester".

Die Cateura Garbage Orchestra (Archiv)

Die Cateura befindet sich am Stadtrand der paraguayischen Landeshauptstadt - und ist die Müllhalde der Großstadt. Favio Chávez, der Abfall-Experte und Hobbygitarrist, hatte eine raffinierte Idee: aus Abfall Musikinstrumente zu machen. Der Bezirk heisst so, weil er oft überflutet ist. Der Lärm der Strasse wird hier von einem Gewirr verschiedener Geräte unterdrückt.

Auf der einen Seite des Innenhofes spielen Trompeten, ein paar Schritte entfernt trainieren die Trommler, und aus den Proberäumen im Obergeschoß bläst der Klang von Saxophonen und Bässen. Der zweigeschossige Bau mit Innenhof ist die Residenz der Cateura Music School and Orchestra. Cateura ist der Name der riesigen Müllhalde von Asunción.

Es ist nur etwa einen Km weit weg und hat dem Ensemble seinen eigenen Titel zuerkannt. "Ich habe meine Violine aus Funden von der Müllhalde gemacht: ein kleines Blech und eine Farbdose. "Ada Ríos tritt im Sinfonieorchester der Recycling-Instrumente von Cateura auf, wie es amtlich genannt wird. In Paraguay und im Ausland ist das Ensemble sehr bekannt geworden, da es auf Müllinstrumenten mitwirkt.

"Zu Beginn des Geigenspiels hielt ich es für eine echte Geigerin, nur in einer anderen Klangfarbe. Sie ist nicht nur im Ensemble, sondern gibt auch selbst Geigenunterricht. Am Samstagmorgen kommen beinahe 200 Schüler aus der armen Siedlung Bañado in die Sommerschule. Bei Noelia wird ein Cello gespielt, das aus einer großen Konservendose bestand, die einst Erdöl beinhaltete.

Bei uns in der Nachbarschaft sind viele junge Menschen von Drogen abhängig. Tatsächlich ist der 36-Jährige Schneider, aber er führt auch den Elternverein, der die Leitung der Grundschule und des Orchesters übernimmt. Ich sollte an Samstagen trainieren, aber ich bevorzuge es, mich um unser Ensemble und die Hochschule zu kümmern. Gelegentlich kommt ein Nachbarskind und sieht scheu durch das Gate.

Alles hier ist etwas gefährlich für die Nachkommen. Die Musikstudenten und das Ensemble musizieren auf Müllinstrumenten, aber in den vergangenen Jahren wurden uns viele übliche Musikinstrumente geschenkt, die auch die jungen Leute mitbenutzen. "Ich heiße Favio Chavez, ich bin der Leiter des Orchesters von Cateuras Recyclinginstrumenten. Auf der Mülldeponie hatte ich vor acht Jahren die Vorstellung, aus Müll Instrumenten zu machen.

"Favio Chavez kam 2006 als Umwelttechniker zu Cateuras Müllhalde. Als Teil eines Mülltrennungsprojekts in Asunción arbeitete er mit den Recyclingunternehmen zusammen. Bei den Verwertern handelt es sich um Menschen, die in der Nähe der Deponie wohnen und sich über Wasser halten, indem sie Wertstoffe einsammeln und für ein paar Garantien abgeben, wie die paraguayische Landeswährung genannt wird.

Der Gedanke, die Kids auf Müllinstrumenten herumspielen zu lassen, hatte damit zu tun, dass die Menschen hier keine echten Geräte kaufen können. Doch auch, weil viele von ihnen nicht sehr diskret und achtsam sind. Dies hätte es schwer gemacht, ihnen ein normales, empfindliches Instrumentarium zu hinterlassen. "Nicolás Gomez, der Instrumentenmacher des Cateura-Orchesters, hat seine Arbeit im Innenhof aufgenommen.

"Ich habe zwölf Jahre lang auf der Müllhalde zusammengearbeitet, um Kunststoff, Zinn, Alu, Gummi und andere Materialien zu sammeln und zu vertreiben. Favio Chavez hat mich gefragt, ob ich keine Musikinstrumente machen will. Unser Instrumentarium wurde immer besser. Dafür zahlt ihm das Sinfonieorchester ein Honorar in Höhe von fast vierhundert Euros pro Jahr.

Und wer denkt, dass man aus Müll ein Instrument machen kann? Ich habe mein ganzes bisheriges Berufsleben geändert, weil ich nicht mehr jeden Tag auf der Müllhalde arbeite. "Jorge Ríos, Präsident der Elternvereinigung des Orchestras, geht durch den Bau zum Cateura-Depot, um zu sehen, wo er selbst eine Weile als junger Mann wirkte.

Und je dichter er an die Müllhalde kommt, umso ärmer werden die Wohnungen. An den Straßenrändern stapeln sich immer mehr Abfälle, der Gestank wird immer bissiger. "Dieser Mist ist nicht wirklich Mist für die Menschen in dieser Gegend. Abfälle bedeuten Geld. MÃ??ll bedeutet: das tÃ?gliche Brotmaterial. Die Restmüllmenge ist flach.

Eine hügelige Mülllandschaft stapelt sich vor ihm - wo sie nicht zu sehen ist. Die Deponie darf nur von registrierten Recyclern betreten werden. Sie benutzen es, um die von den Müllfahrzeugen mitgebrachten Beutel aufzureißen und durch den ganzen Müll zu stöbern. Auf der Müllhalde zu arbeiten ist völlig krank. Sie sind nicht krankenversichert, weil sie nicht beim Deponiebetreiber sind.

"Jeden Mittwoch Nachmittag treffen sich das Cateuras iatisches Ensemble zur Einstudierung. Obwohl die meisten von ihnen heute ganz gewöhnliche Musikinstrumente verwenden - heute spielt sie auf ihren Trash-Instrumenten. Es herrscht eine fröhliche Atmosphäre, aber gleichzeitig herrscht eine geballte Anspannung: Am folgenden Tag wird das Ensemble ein Benefizkonzert veranstalten, und in wenigen Tagen steht die kommende Deutschlandtournee an.

Der 28-Jährige studierte Kontrabass am Musikkonservatorium und arbeitete als Dirigentassistent von Favio Chavez. "Hier habe ich begonnen, weil ich die Recyclinginstrumente als Mittel zur Entwicklung der Menschen in diesem Gebiet betrachte. Doch dann wurde mir klar, dass es egal ist, dass die Geräte aus Abfällen sind.

Wir wollen sie gut beherrschen, ganz gleich welche Musikinstrumente. Beim Musizieren denkt man nicht daran, auf einem Müllstück zu sitzen. Einige der Müllinstrumente haben meiner Ansicht nach wirklich einen wundervollen Sound. Alles klingt einzigartig: mehr metallisch als herkömmliche Musikinstrumente. Man muss die Recyclinginstrumente jedoch stärker einsetzen, weil sie weniger Nachhall haben.

Die 15-Jährige Natalia Domingez spielte seit ihrer Gründung vor drei Jahren mit den besten Studenten der Musikhochschule im Ensemble. "Das ist wirklich erstaunlich, wie sich unser Ensemble weiterentwickelt hat. "Während die anderen Musikanten im Innenhof plaudern, spricht Natalia über die vielen Fahrten, die sie mit dem Ensemble gemacht hat: in die USA, nach Deutschland, Norwegen, Spanien, Palästina, Kolumbien, Argentinien und Chile.

Es ist aber auch eine große Aufgabe, dem Ensemble beizutreten. So habe ich mein eigenes Verhalten besser organisiert: zwischen Unterricht, Musik und Hausaufgaben. "Die Tonspur der Reihe Game of Thrones, Mozart, Benjamin P. L. Beethoven, paraguayischer Komponist, Filmmusiker und Jazzer - das Programm des Müllorchesters von Cateura ist vielseitig. In der Kapelle sind die drei Schülerinnen von Carmen Cabrera zu hören.

Mein Job ist es, zu kontrollieren, ob die Schüler gut in der Ausbildung sind und ob das erhaltene Kapital vernünftig eingesetzt wird. Es ist unsere grösste Anstrengung, die Erziehungsberechtigten davon zu überzeugen, dass sie regelmässig zu den Probe- und Unterrichtsstunden kommen. "Im armen Stadtteil Báñado ist es üblich, dass ein Kind seinen Familien den Unterhalt seiner Mutter und seines Vaters sichert.

Arbeitet man zusammen, verbessert man das Familieneinkommen ein wenig. Wir bezahlen einigen Erziehungsberechtigten eine Entschädigung für ihre nicht arbeitenden Schüler, die zu Proben und Unterrichtsstunden kommen. "Favio Chavez: "Das große Übel hier in der Nachbarschaft ist, dass viele unserer Schüler, wenn sie 15 Jahre alt sind, von ihren Müttern zum Müllrecycling oder auf die Müllhalde gebracht werden, wo sie ihrem Familienvater aushelfen.

"Favio Chavez, der Orchesterleiter, will mit der musikalischen Arbeit rund 200 Kindern und Jugendlichen aus dem Bundesstaat eine Perspektive für die Zukunft geben. Und dass die talentiertesten und fleissigsten von ihnen, die es ins Ensemble schaffen, wesentlich besser dran sind. Erstellt die Gastfamilie einen zusammenhängenden Entwurf, erhält sie vom Sinfonieorchester Wohlstand.

Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt der Ort, an dem sie zu Hause praktizieren können, und sie können sich nicht ausruhen. Bei manchen haben wir bereits einen Raum hinzugefügt, der ihnen zusteht und in dem sie ihr Werkzeug praktizieren, für die Schulzeit erlernen und ihre Intimität haben. Sie ist eine derjenigen, für die das Ensemble zu Hause ein eigenes Wohnzimmer erbaut hat.

Als Geigenlehrer möchte ich die Schüler in diesem Stadtteil, in dem ich aufwuchs, ausbilden. Ich träumte aber auch davon, in einem professionellen Orchester zu sein. Ihre Familienwohnung ist an einem Bach, der vollständig mit Müll gefüllt ist. Viele Menschen in der Region Asunado müssen vom Recycling der Abfälle der Einwohner von Assunción profitieren, aber der arme Bezirk selbst muss ohne kommunale Abfallsammlung zurechtkommen.

Sie ist Müllwerkerin auf den Strassen der Stadt. "Seit 35 Jahren sammele ich Abfälle, aber nur ab und zu. Ich soll aufhören, weil ich mich übergeben muss. Derjenige, der Abfälle einsammelt, bekommt jeden Tag etwas Bargeld. Zu den Jugendlichen, die klauen, frage ich: Warum gehst du nicht und sammelst Mist?

Manche Musikanten sind schon da und lagern ihre Musikinstrumente in zwei Kleinbussen. Als Stipendiat an einer Hochschule, die einen Vertrag mit dem Orchestra of Recycling Instruments of Cateura unterzeichnet hat, studierte er Jurist. Endlich ist das Ensemble fertig und die Autobusse starten - von den Slums durch den starken Berufsverkehr in die Innenstadt.

Auf dem Weg dorthin spricht die Violoncellistin Noelia ruhig mit ihrer Bekannten Evelyn, die Saxophonist ist. "Nach einer halben Stunde drängeln sich die Musikanten in die Theatergarderobe, wechseln und stimmten ihre Musikinstrumente. Draussen, vor dem Eingang der Bühne, erinnerte sich ihr 19-jähriger Andrés, auch Saxophonist, an eine der bisher spannendsten Touren des Müll-Orchesters.

Dieses Genre mag ich nicht, aber mit einer so renommierten Band zu arbeiten, war einzigartig. "Wir wollen, dass du hörst, wie sich dein Abfall anhört. Der Gründer und Chefdirigent Favio Chavez heißt das Auditorium willkommen. "und wir kommen aus der Gegend um Cateura. Sie wissen ja, dass dort die Müllhalde dieser Gemeinde liegt.

Und mit dem Dreck, den Sie wegschmeißen, meine Herrschaften, stellen wir uns vor. Sie sollen sich anhören, wie sich Ihr Mist anhört. Aus zwei Konservendosen begleitete Favio Chávez das Ensemble auf seiner Musik. Am Abend führt er die einzelnen Geräte ein und erläutert, aus welchen Werkstoffen sie sind.

Ungeachtet ihres Glühlampenfiebers schafft es das Soli der kleinen Evelyn, die ernsthaft und kollektiv vor dem Ensemble steht, hervorragend. "Das ist das zweite Mal, dass ich das Symphonieorchester höre, und ich bin ganz erregt. Welch eine tolle und raffinierte Vorstellung, aus Abfall Werkzeuge zu machen und den Kinder in der verschmutztesten und unsicheren Gegend von Asunción eine Möglichkeit zu bieten!

Sie erschaffen die Entwicklungschancen, die unsere Gemeinschaft ihnen mit Müll verweigert. "Victoria Eglau privat Victoria Eglau: "Die jungen Leute aus dem Slum Paraguays, die mit dem "Müllorchester" um die ganze Erde ziehen, haben ihre Chancen mit viel Fleiss und Einsatz genutzt - aber sie sind sie selbst geworden.

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