Frauen aus Albanien

Damen aus Albanien

Der syrische "Flüchtling" fordert sein Auto von Partnerinnen aus Albanien: "Wir wissen, dass wir eine gute Erdung brauchen, aber wie kann ich mich selbst erden? Treffen Sie neue Leute in Albanien. In Albaniens neuem Kabinett sind die Hälfte Frauen. Die patriarchalische Tradition, Blutrache und häusliche Gewalt gehören in Albanien zum Alltag. Das wollen viele Frauen nicht mehr hinnehmen.

Gewalttätigkeiten gegen Frauen und Kinder sind in Albanien an der Tagesordnung.

Nahezu 60 % aller Frauen in Albanien sind zumindest einmal im Jahr Opfer der häuslichen Gewalt. 1. Dita' s Story ist kein ungewöhnliches Los in Albanien. In einer Studie der Statistikbehörde aus dem Jahr 2013 wurde festgestellt, dass nahezu 60 % aller Frauen zwischen 18 und 55 Jahren zumindest einmal in ihrem ganzen Lebenslauf von der häuslichen Gewalt befallen sind.

Die Frauenunterkunft, in der Dita Unterschlupf fand, war die erste in Albanien im Jahr 1998. Jedes Jahr kommen etwa hundert Frauen und Töchter aus dem ganzen Lande hierhin. In Albanien gibt es mittlerweile etwa ein gutes Dutzend gleichartiger Einrichtungen. "Es kann nicht jedem geholfen werden", sagt Edlira Haxhiymeri, Chefin des Damenhauses. "Niemand in der patriarchalischen Albaner Bevölkerung hat damals von häuslicher Gewalt gesprochen.

"Wir wurden beschuldigt, die Albanerfamilie zerstört zu haben. Insbesondere Frauenorganisationen und -gruppen der Zivilgesellschaft geben Auskunft. Haxhiymeri und ihre Mitarbeiter sind oft zu Gast in TV-Talkshows und geben Auskunft über familiäre Gewalttätigkeiten und Geschlechtergleichstellung. "Mehr und mehr Albanerinnen reden heute über familiäre Gewalttätigkeiten. Besonders besorgt ist sie über die finanzielle Ausstattung ihres Damenhauses.

Die albanischen Staaten sind keine verlässlichen Ansprechpartner und leisten keine finanziellen Mithilfe. Anfangs wurde das Geschäft mit Mitteln aus Italien weitergeführt, dann kam das Kapital aus den Niederlanden, und heute wird das Frauenhaus von der schweizerischen Nicht-Regierungsorganisation Iamaneh mitfinanziert. Sogar die staatliche Notrufnummer für Frauen in Notfällen, die Tag und Nacht mit Personal ausgestattet ist, wird vom Land nur in idealistischer Weise unterstütz.

Es bleibt auch noch viel zu tun, um das Bewusstsein für die albanische Bevölkerung zu schärfen. Gewalttätigkeiten gegen Frauen sind nach wie vor ein Tabu, vor allem in den ländlich geprägten Gebieten im Nordosten und Westen. In einem solchen Gebiet ist Suad Arilla aufgewachsen: im bergigen Nord-Albanien bei Shkodra. "Die Menschen müssen kräftig sein, das glauben viele hier", sagt Arilla.

Das ist keine gewöhnliche Karriere für einen Mann: "In meinem Jahr gab es drei Frauen und sechzig Männern. "Als gelernter Sozialleiter fand er eine Stelle im "Büro für Jungs und Männer" in Shkodra. Die Geschäftsstelle ist ein Spross der örtlichen Frauenrechtlerinnenorganisation "Von Fr. zu Frau". Mit medienwirksamen Protesten macht sie immer wieder auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam. Denn sie macht auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam. 2.

In Shkodra wohnen etwa 100 000 Menschen. Mit dem Zerfall der Kommunistendiktatur erlebte der Kangun, das altalbanische Brauchtumsgesetz, einen Wiederaufschwung. "M?nner haben nicht mehr Macht als Frauen. Wie er einem starken Mann einmal ein Informationsblatt in die Hände legen wollte, sagt Arilla: "Er sagte zu mir:'Wir haben unsere Frauen geschlagen, und wir haben kein Probleme damit.

In Shkodra und den angrenzenden Ortschaften besuchte er die Schule und informierte über Geschlechtergerechtigkeit und familiäre Gewalttätigkeit. "In der häuslichen Gewalt sieht man bei Kindern und Jugendlichen nichts, was außerhalb des Heims besprochen werden sollte. Die Kanzlei rät Männern, die ihre Mutter, Frauen und Kindern geschlagen haben. In Albanien ist die Zusammenarbeit mit Gewaltverbrechern ein neues Konzept - und dringlich erwünscht.

Schließlich reicht es nicht aus, die Gewaltopfer im Kampf gegen familiäre Gewalttätigkeiten zu fördern. Oftmals werden die Straftäter zurückgeworfen und die Psychosozialarbeit mit ihnen kann neue Gewalttaten vereiteln. Ein Teil der Menschen wird von ihren Angehörigen getrieben, die meisten werden von den Autoritäten verwiesen. In der Gleichstellungsstrategie der Regierung Albaniens sind Beratungsangebote für Straftäter explizit enthalten.

Und auch hier mangelt es an Geld: Die Beratungszentren für Kinder und Jugendliche in Tirana und Shkodra gäbe es ohne Hilfe aus dem Ausland nicht. Die Ursache dafür ist tragisch: Ende September wurde eine Kampfrichterin aus Shkodra in Tirana von ihrem früheren Ehemann auf der offenen Straße ermordet. Offensichtlich auch die Justiz in Shkodra: Seit dem Mordfall in Tirana haben sie deutlich mehr Gewaltverbrecher in die Beratungseinrichtung verlegt.

Auch in der polizeilichen Statistik zeigt sich, dass in Albanien ein Umdenken voranschreitet. Im Jahr 2016 wurden von der albanischen Kriminalpolizei knapp 3.700 Meldungen über familiäre Gewalttätigkeiten registriert, verglichen mit nur 94 im Jahr 2005. Heimische Gewalttätigkeiten sind seit einigen Jahren eine strafbare Handlung. Albanien war eines der ersten Staaten, das das Istanbuler Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung weiblicher und familiärer Gewalttätigkeiten ratifizierte.

Das Europäische Parlament nahm im vergangenen Monat eine Entschließung an, in der es zu verstärkten Anstrengungen zur Verhinderung der häuslichen Gewalt aufrief. Im patriarchalischen Albanien scheitert das Tabu-Thema Frauengewalt.

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