Einwohner Erde

Bewohner Erde

5 bis 10 Millionen Menschen. Ist unser Planet genug für so viele Einwohner? Sie dreht sich einmal im Monat um die Erde. Abhängig von seiner Position auf seiner Wanderung um die Erde ändert sich sein Aussehen für uns. Wieviele Einwohner hatte das Römische Reich im ersten Jahrhundert?

Wieviele Menschen kann die Erde ertragen?

Als ich 1965 geboren wurde, war ich einer von etwa 3,3 Mrd. Menschen auf diesem Globus. Schon heute sind es 7,6 Billionen. Bis 2030 erwartet die UNO zumindest 8,4 Mia. Bis 2100 werden es je nach Situation zwischen 9,6 und 13,2 Billionen sein.

Das aktuelle Jahreswachstum von 83 Mio. Euro korrespondiert in etwa mit der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Allerdings ist das Wirtschaftswachstum ungleichmäßig verteilt: Europa geht langsam zurück, Afrika nimmt rapide zu - von heute rund 1,3 Mrd. auf 4,5 Mrd. im Jahr 2100. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum abschwächt, bleibt die Frage: Wann sind wir zu viele für diesen Planeten?

Das war schon frühzeitig die menschliche Triebfeder, wie der Schriftzug "De Anima" von Tertullian (150-220) aufzeigt. Um 209 n. Chr. schreibt der Kirchenvater: Damals wohnten jedoch nur 200 Mio. Menschen auf der Erde, weniger als heute allein in Pakistan. Im Gegensatz zu Tertullian argumentiert der englische Pfarrer und Wirtschaftswissenschaftler wissenschaftlich: "Die Nahrungsmittelproduktion kann nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten.

Hier hat Malthus einen Kreislauf von Naturgesetzen erlebt: Die zunehmende Bevölkerungszahl wird verarmt und durch Epidemien und Hungerkatastrophen wieder zerschlagen. Auch der Pfarrer, der daher auch gegen die Hilfe der Ärmsten war, ging so weit, daß er Hungern und Krankheiten als unwillkommenes, aber erforderliches Korrekturmittel bezeichnete: 1798, als sein Verkaufsschlager auftauchte, lebte nur etwa 800 Mio. Menschen auf der Erde.

Malthus hätte nie gedacht, dass eines Tages über 7 Mrd. Menschen diesen Planet besiedeln würden. Im Jahr 1968 publizierte der Diplombiologe Paul Ralph Ehrlich seine alarmierende polemische "Die Bevölkerungsbombe", in der er erklärte, dass die Belastbarkeit des Erdballs bereits übertroffen worden sei. Er prophezeite ein Massenaussterben in den nächsten zwei Dekaden und erklärte unter anderem, dass die Bevölkerungszahl der USA durch die Hungersnot und die globale Erwärmung bis 1999 auf 22,5 Mio. zurückgehen würde.

Zur Verlangsamung des Bevölkerungswachstums in Schwellenländern plädierte er für eine restriktive Geburtenregelung durch Zwangssterilisation. Damals besiedelten fast 3,6 Mrd. Menschen die Erde - heute sind es mehr als das Doppelte. Im Jahr 1972 erscheint der einflußreiche Erstbericht des Clubs von Rom ("The Limits of Growth"), in dem die Verfasser davor warnen, daß exponentielles Wirtschaftswachstum die vorhandenen Naturressourcen verbrauchen würde - und das zu einem großen Teil bis zur Jahrhundertwende.

Darüber hinaus machte die Gesellschaft eine bekannte und weniger philanthropische Bildunterschrift: Die Erde hat Krebse, und Krebse sind Menschen. Aber es gab schon immer individuelle Gemeinschaften, die durch den Missbrauch lebenswichtiger Mittel zum Scheitern verurteilt waren. Ein US-Amerikaner konsumiert zurzeit so viele Rohstoffe wie 13 Afganen.

Bereits 2012 verbrauchten die mehr als 7 Mrd. Menschen die Mittel von 1,6 Erdmassen. Vor allem in Afrika nimmt die Erdbevölkerung weiter zu, doch seit 1971 hat sich das Wirtschaftswachstum kontinuierlich abgeschwächt. Auch in Europa und vor allem in Japan hat die Bevölkerungszahl bereits nachgelassen. Die so genannte demografische Transition - die Annäherung der Sterblichkeits- und Geburtenraten auf einem niedrigen Stand (siehe Kasten unten) - wird wahrscheinlich auch die immer noch fast unkontrolliert wachsenden Schwellenländer wie Niger oder Afghanistan betreffen.

1679 nahm der holländische Forscher und Tüftler Antoni van Leeuwenhoek an, dass die Erde höchstens 13,4 Mill. Menschen aufnehmen könnte. Dieser Wert kommt der zu Beginn dieses Berichts genannten Maximalprognose der UNO von 13,2 Mrd. für das Jahr 2100 überraschend nah, aber wahrscheinlich könnte es noch weitere Millionen Menschen auf der Erde geben.

Es stellt sich nicht die Frage, ob dies möglich ist, sondern unter welchen Vorraussetzungen.

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