Doppelte Staatsbürgerschaft Deutschland Schweiz

Staatsbürgerschaft Deutschland Schweiz

Die doppelte Staatsbürgerschaft: Wo die Schweiz Vorreiter ist. Er setzt sich für die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft ein. Mehr und mehr Länder haben ein Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft. Die doppelte Staatsbürgerschaft: Wo die Schweiz Vorreiter ist. Wenn der Vater* deutscher Staatsbürger und die Mutter des Kindes Ausländer ist, erwirbt das Kind automatisch auch den Deutschen von Geburt an.

Doppelte Staatsbürgerschaft: Die Barrieren sind abgebaut.

Deutschland vergibt seit Anfang 2007 die doppelte Staatsbürgerschaft an die EU-Mitgliedstaaten und die Schweiz. Dies ermöglicht, was vor allem viele deutsch-schweizerische Paare seit langer Zeit wünschen: Beide können nun die doppelte Staatsbürgerschaft und damit auch die Staatsbürgerschaft des Ehepartners erlernen. Anlässlich der " Zeitschrift für die Schweiz " (1/2008) von Gerhard Lochmann, Jurist und Honorarkonsul in der Schweiz, Emdingen.

In der Schweiz ist die doppelte Staatsbürgerschaft längst anerkannt. Da Deutschland jedoch schon immer die doppelte Staatsbürgerschaft verhindern wollte, musste ein schweizerischer Staatsbürger darauf vorbereitet sein, auf seine Staatsbürgerschaft zu verzichten, wollte er Deutschen werden. Andererseits hat das Staatsbürgerschaftsrecht dem mit einer Guillotine Klausel ein Ende gesetzt: Jeder, der die Staatsbürgerschaft als Deutschstämmiger erworben hat, hat seit 2000 die Staatsbürgerschaft verloren.

Deutschland hat diese Rechtsstandpunkte gegenüber den EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz aufgeben. Acht Jahre nach dem Aufenthalt oder vier Jahre nach der Heirat kann die Staatsbürgerschaft erlangt werden. Zur Erleichterung der Staatsbürgerschaft benötigt die Schweiz zwölf Jahre Aufenthalt bzw. fünf Jahre Ehe (sechs Jahre bei Aufenthalt im Ausland).

Für viele Menschen ist die doppelte Staatsbürgerschaft in erster Linie ein Gefühlsbedürfnis. Häufig ist aufgrund der doppelten Staatsbürgerschaft von Kindern, die von Deutschland bereits als Erstgeburtsrecht anerkannt wurde, ein Vater derjenige, der nicht die andere Staatsbürgerschaft in der Gastfamilie hat. Damit ist, wie Art. 59 der Verfassung besagt, jeder Bundesbürger zur Wehrpflicht verurteilt.

So lange der neue Doppelstaat in Deutschland wohnt, wird ihn das aufgrund von Ausnahmeregelungen nicht betreffen. Bleibt er jedoch mehr als drei Monaten in der Schweiz oder wird er Grenzgänger, entsteht die Meldungspflicht. Wenn er seinen (steuerlichen) Wohnort in die Schweiz verlagert, muss er bis zum Schluss eine Wehrpflichtvergütung zahlen. Allerdings ist das zwischen den beiden Ländern geschlossene Übereinkommen über die Pflicht zum Militärdienst von Doppelstaatsangehörigen, das die wechselseitige Anrechnung des Militärdienstes regelt, noch nicht in Kraft getreten.

Die Erlangung der Staatsbürgerschaft hat für einen Germanen im Steuerrecht einige erfreuliche Nachteile. Das in Deutschland geltende Regelwerk, das die Nachbesteuerung von in die Schweiz ziehenden Personen auf Jahre hinaus vorsieht, entfällt. Doppelstaatsangehörige genießen die Vorteile der Schweiz, für die folgendes gilt: Das schweizerische Liegenschaftsvermögen wird in Deutschland nicht versteuert.

In Deutschland gilt nur die so genannte Progressionsklausel. Dies bedeutet, dass die inländischen Steuern aus dem Satz errechnet werden, als ob das Schweizer Liegenschaftsvermögen enthalten wäre. Nach wie vor wurde als Bundesbürger die Mehrwertsteuer unter Berücksichtigung der Schweizer Steuern erhoben. Weil die meisten Schweizer Kantone enge Verwandte nicht mehr versteuern, hatte dies in der Vergangenheit oft zur Konsequenz, dass die Erbschaftsteuer in Deutschland unter Berücksichtigung von null Schweizer Erbschaftsteuer gezahlt wurde.

In den meisten Faellen wird die doppelte Staatsbuergerschaft das Ehegesetz nicht aendern. Die Schweiz konnte sowieso schon immer zwischen schweizerischem und lokalem Ehegesetz entscheiden. Im Falle von Mischehen gab es dieses Stimmrecht auch aus Deutschland. Selbst wenn nun in einer Heirat Gemeinsamkeiten auftreten, gilt dieses Stimmrecht weiter.

Erst wenn zwei Bundesbürgerinnen und Bundesbürger einander heiraten und einer die Schweizer Staatsbürgerschaft erlangt, entstehen neue Möglichkeiten des Eherechts. Aber man muss immer an das Ehegesetz denken, wenn es um das Erbschaftsrecht geht. Der Anteil des Ehepartners wird von den Bundesbürgern an die Gewinngemeinschaft gebunden. Der Ehegattenanteil wird ohne Gewinnbeteiligung in Deutschland um die Hälfte reduziert.

Dies alles wird für den Erwerb der Nationalität Deutschlands von Bedeutung. Laut Gesetz hat der Deutscher (im Unterschied zum Schweizer) kein Erbschaftsrecht. Da er dem dt. Erbschaftsrecht untersteht, hat er seine frühere schweizerische Wahl zwischen nationalem und lokalem Recht verloren. Die Tatsache, dass die schweizerischen Justizbehörden dies für den schweizerischen Staatsbürger, der in der Schweiz geblieben ist, anders beurteilen würden, macht die Sache jedoch komplizierter.

Die Aneignung einer zweiten Staatsbürgerschaft hat daher Langzeitfolgen, die in die eigene Lebens- und Vermögensplanung einzubeziehen sind. Im Ausland lebende Schweizerinnen und Schweizer sind verpflichtet, sich bei ihrer Schweizer Repräsentation zu melden, wenn sie die ausländische Staatsbürgerschaft erwerben.

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