Deutsche Botschaft Bosnien

Bundeskanzleramt Bosnien

BiH, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien. BiH (Bosnien und Herzegowina). Die Botschaft von Bosnien und Herzegowina in der Republik Kroatien Adresse: Kurzfristige Nummernschilder und Exportkennzeichen für Bosnien-Herzegowina. - Die Österreichische Botschaft in Bosnien-Herzegowina.

Büro Bosnien und Herzegowina, Abteilung für die Unterstützung der Kongressstiftung

In Ora?je hat an diesem Wochende die gesamteuropäische Konferenz stattgefunden. Ein wichtiger Teil der EU-Integration war die grenzübergreifende Kooperation. In der Abschlusserklärung wurde hervorgehoben, dass die EU der zuverlässigste Handelspartner von Bosnien und Herzegowina ist und dass es für Bosnien und Herzegowina de facto keine andere Möglichkeit zur Eingliederung gibt.

An der Veranstaltung beteiligten sich mehrere Repräsentanten unserer Partner. Christian Sedat, Repräsentant der Botschaft in Bosnien und Herzegowina, begrüßte anschließend.

BALKANS: Bosnien-Herzegowina - ein Nicht-Regierungsstaat

Bosnien und Herzegowina sollte das Land sein, das als letztes der EU beitritt. Erneut schmückt die Moschee Ferhadija, ehemals die Landmarke der nördlichen Provinzhauptstadt Banja Luka, das Ortskern. Die serbischen Nationalen hatten das prächtige Gebäude aus dem sechzehnten Jh. im Mai 1993, in der Anfangsphase des Bosnienkrieges, dem Boden gleich gemacht. Warum haben wir Kriege ausgetragen und die "Türken", wie bosnische Moslems herablassend heißen, aus unserer "Republik" ausgewiesen, wenn alles so sein soll, wie es einmal war?

In der Vorkriegszeit waren 190.000 Bewohner von Banja Luka gut vermischt, danach wurde es eine Festung Serbiens, die Landeshauptstadt des Staates Republika Srpska (RS). Für die meisten Bosnier ist der islamische Glaube, ein Vermächtnis der 400 Jahre alten Osmanen besetzung, weniger eine Religionszugehörigkeit als eine nationale Identität, so wie die serbischen Bürger ihre Staatsangehörigkeit mit der rechtgläubigen und die kroatischen mit der christlichen verbünde.

Valentin Inzko, der OHR, sieht in den Berichten über Bosnien als dschihadistisches Nest eine Übertreibung: "Viele Bosnier würden gleich emigrieren, wenn hier ein Radikalislam an die Macht käme", sagt der oberste Österreichische Diplomat, seit 2009 Hüter des Friedensabkommens von Dayton. Zwei Jugendliche saßen auf einer Wand im Ferhadija-Moschee-Garten und sprachen in aller Tiefe.

Ausweichmanöver, meint er, "die Republika Srpska ist kein Bosnien, sondern ein eigenständiges Land". Eine Beschreibung der Bedingung kann für das ganze Bundesgebiet sein. "Und auch die jüngere Jugend wird im Volkshass erzogen", ist die bekannte Regimejournalistin Tanja Topic ziemlich skeptisch. Noch nie waren die meisten Jugendlichen in der Gemeinschaftshauptstadt Sarajevo; dagegen werden kaum Muslime von dort in die Republika Srpska gelockt.

Sarajevo - auch die Landeshauptstadt des zweiten Staates, der Bosnisch-Kroatischen Vereinigung - vermittelt im Unterschied zum schläfrigen Banja Luka das Image einer vor Lebensfreude sprudelnden Großstadt. Die mehr als 14.000 Todesopfer der dreieinhalb Jahre dauernden Besetzung Sarajevos durch die Bosnisch-Serbische Armee werden durch die "Blutrosen", wie sie in der bitteren Dichtung von den mit roten Harzen ausgeschütteten Granatlöchern auf den Straßen und auf dem Platz bezeichnet werden, symbolhaft in Erinnerung gerufen.

Staatsunternehmen beherrschen, der private Sektor wächst nur schleppend, Anleger im In- und Ausland befürchten vor allem Staatsbürokratie und allgegenwärtiger Bestechung. Jedes Jahr wandern rund 60.000 Menschen ab, die meisten davon nach Deutschland. Zwei der fünfeinhalb Mio. Bosnierinnen und Bosnier wohnen inzwischen im Auslande. An jedem Werktag steht vor dem Generalkonsulat der Botschaft in Sarajevo ein Visa an.

Nach eineinhalb Jahren hat er endlich einen Job als Schneider in Deutschland. "Der 49-Jährige kannte Deutschland als Sohn von Eltern von Wanderarbeitern sehr gut. Im Jahr 1999 kehrt er voller Zuversicht nach Sarajevo zurück. "Haris ist 20 Jahre alt und sagt ernüchternd: "Ich habe keine Chance in diesem Land".

Er will im Generalkonsulat wissen, ob die deutsche Regierung seine Weiterbildung anerkennt. "Zahlreiche Jugendliche sind darauf vorbereitet, Jobs im eigenen Lande zu übernehmen, die sie nie annehmen würden", weiß Karriere- und Managementberater Ranko Marku?. Marku?, Mittdreißiger, ist Leiter des Youth Employment Project (YEP), einem in Bosnien noch immer einzigartigen Beratungs- und Ausbildungszentrum, das auch von der schweizerischen Botschaft in Sarajevo gefördert wird (siehe Beitrag rechts).

Die YEP organisiert nicht nur Arbeitsplätze in Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen, sondern auch Aus- und Weiterbildungsangebote. Auch für Jugendliche, die ein Unternehmen aufbauen und ihre Ideen in einer Gedankenwerkstatt weiterentwickeln wollen, werden Schulungen angeboten. "Marku?: Das Vaterland benötigt neue Unternehmer", sagt er. YEP bildet zurzeit rund 100 Bewerber aus; seit der Gründung im Jahr 2010 wurden 4.000 Jugendliche in Unternehmen eingestellt oder haben eine Ausbildung absolviert.

Nicht alles ist in Bosnien und Herzegowina aussichtslos, aber kaum irgendwo sonst in Europa ist der Weg so beschwerlich. Zu Beginn des Jahres 2016, 13 Jahre nachdem die EU den Balkanstaaten auf dem Gipfeltreffen in Saloniki eine Perspektive für die Aufnahme in die EU eröffnete, beantragte die Stadt Sarajewo die Aufnahme in Brüssel. "Das Jahr 2016 war für das OHR das bisher schönste Jahr, was die europäische Einigung betrifft", freut sich der OHR-Vertreter Unzko.

Aber ist Europa noch reizvoll genug, verliert die Mehrzahl der Bosniaken, die im Lande leben wollen oder müssen, nicht nach und nach ihre Geduld? "Sie wollen Europa, aber sie wollen Europa jetzt", sagt er. Es wird noch 15 Jahre dauern, bis Bosnien-Herzegowina der EU beizutreten. "Die EU wäre eine große Gelegenheit für uns, aber sie müßte viel mehr in die Bürgergesellschaft einbringen.

"Brüssel konzentriert sich jetzt auf die Pragmatik: "Wichtiger als politische Systemreformen sind die im Wirtschafts- und Sozialsystem", sagt Lars-Gunnar Wigemark, EU-Sonderbeauftragter in Sarajevo. "Das ist für den einfachen bosnischen Bürger kein Hindernis.

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