Auswanderung der Deutschen

Ausreise der Deutschen

Forschungsstand und erste Ergebnisse zur internationalen Migration in Deutschland. Im Zarenreich wird die russische Sprache zum Pflichtfach an deutschen Schulen. Die deutsche Kolonialgeschichte in den USA begann im 19. Jahrhundert mit der Entstehung der ersten europäischen Kolonie auf dem Gebiet der USA. Dies zeigt eine Neuausrichtung der deutschen Auswanderer auf europäische Zielländer und höhere Bildungsabschlüsse.

Aufgrund der beruflichen Situation sind es vor allem Fachkräfte, die Deutschland den Rücken kehren und auswandern.

Moderne Zeiten: Emigranten - Moderne Zeiten - Historie

Erste deutsche Emigranten fuhren aus religiösen, politischen und vor allem wirtschaftlichen Gründen. Die religiösen Spaltgruppen hofften auf mehr Glaubensfreiheit im "Land der grenzenlosen Möglichkeiten". Nach dem Scheitern der Umwälzung 1848 verlor viele Menschen die Hoffnungen auf ein demographisches Deutschland. Jahrhunderts kam es aufgrund von Hungersnöten in den Großstädten und Bodenknappheit zu einer Aufteilung des Geländes in immer kleiner werdende Teilstücke.

Natürlich gibt es auch ganz eigene Beweggründe, das Haus zu verlassen: Die Lust auf Abenteuer, die Lust auf besseres Klima oder ein ruhigeres Dasein. Die Auswanderung war beileibe nicht so komfortabel wie heute - im Gegenteil, sie war regelrecht desaströs! Bei den Segelschiffen, mit denen die Menschen der ersten Auswanderungswelle zu Beginn des neunzehnten Jahrhundert bis etwa 1880 Deutschland verliessen - vor allem nach Süd- und Nordamerika - handelte es sich tatsächlich um Frachter.

Bei der Rückfahrt war der Ort kostenlos - Emigranten waren daher ein willkommener Zusatznutzen für die Reeder. Als " Ladung " mussten die Emigranten mehrere wochenlang, oft ohne Licht und frische Luft, unter Deck sein. Viele Emigranten konnten die Überquerung nicht finanzieren, so dass sie sich rekrutieren liessen und sich für mehrere Jahre für den neuen Auftraggeber im Ausland nur für Essen und Unterkunft engagierten.

Als sie " freigelassen " wurden, gab ihnen der Arbeitgeber oft ein Grundstück zum Arbeiten. Bei den Dampfern, mit denen die Menschen ab 1880 Deutschland verlassen haben, war die Lage anders. Auch in der niedrigsten Kategorie, im so genannten Tween-Deck, verblüffte der wirtschaftliche Komfort mit regelmäßiger Verpflegung, eigener Liegematratze und Entertainmentprogramm am Nachmittag so manches Mädchen aus dem Urlaub.

Auswanderungsschutzgesetze verpflichten die Reederei, sich um die Fahrgäste zu kümmern, für Sauberkeit zu sorgen und einen Liegeplatz für alle zu schaffen. Noch waren die Emigranten ein gutes Unternehmen, aber ab 1900 konkurrierten die Dampfschiffbetreiber mehr und mehr. Viele Emigranten wollten in die USA. Es gab hier genug Boden, gutes Klima und gute Erde, um ihre eigene Art von Boden zu kultivieren.

Das subtropische Wetter war den Deutschen nicht gewohnt und die Ausstattung blieb zu Wünschen übrig. Von 1820 bis 1930 kamen fast sechs Mio. Menschen in die USA. Zahlreiche Gemeinden auf dem Land, in denen der gleiche Sprachgebrauch gesprochen wurde und die Plätze nach der heutigen deutschen Architekturmode gebaut wurden.

Weitere Destinationen waren Australien und Neuseeland. Zuerst waren nur sehr wenige Deutschen dort. Neuseeland, damals eine englische Siedlung und heute eines der populärsten Reiseziele, hatte den guten Namen, daß es zwar die deutschen Vorzüge wie Eifer und Beharrlichkeit schätzte, aber nicht das individuelle Dasein. Neuseeland wurde erst durch die Goldentdeckungen der 1860er Jahre zu einem Ausreiseland.

Besonders die USA wurden nach den Unabhängigkeitskämpfen von 1775 bis 1785 bei deutschen Emigranten populär. Am Ende des neunzehnten Jahrhundert veränderte sich die Zuwanderungspolitik in Amerika, dem populärsten Auswanderungsland. Im Jahre 1892 wurde Ellis Island vor dem New Yorker Tor gegründet. Heute haben 40 Prozente der amerikanischen Bevölkerung Ahnen, die über Ellis Island ins Landesinnere vordrangen.

Der Untergang von Éllis Island beginnt mit dem Quotensystem von 1924. Schon bald hat sich die bürokratische Arbeit nicht mehr gelohnt, so dass 1954 die Insel aufgelassen wurde. Die USA sind auch heute noch eines der populärsten Migrantenländer. Günstige Stellenangebote ziehen vor allem Wissenschaftler an, deren Stellenwert auf dem lokalen Stellenmarkt nach Erlebnissen in den USA steigt.

Clevere Geister wenden sich daher für mindestens ein paar Jahre von Deutschland ab. Kanada gehört auch heute zu den Top-Ländern - aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung organisiert das Bundesland gar eine Jobbörse in Deutschland. Für nicht-europäische Staaten ist zwar ein Visa und eine Arbeitserlaubnis erforderlich, aber es ist kein Problem, den Wohnsitz innerhalb der EU zu ändern.

Bei Arbeitssuchenden sind Österreich und die Schweiz sehr beliebt - oft gibt es hier mehr lukrative Stellenangebote als in Deutschland. Jährlich verließen rund 150.000 Menschen ihre Heimat. Nichtsdestotrotz hat sich die Auswanderung verändert: Sind die befristeten Arbeitsverträge abgelaufen, ist die Selbständigkeit zusammengebrochen oder braucht man im hohen Lebensalter eine gute medizinische Versorgung, können Emigranten rasch wieder in Deutschland sein.

Auch wenn der Auslandsaufenthalt nicht so fröhlich war, wie sie es sich vorgestellt haben - jeder ist zumindest erfahrungsreicher. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Heimkehrer Deutschland viel besser wahrnimmt als vor seiner Abreise in die große Welt.

Mehr zum Thema