Paraguay

Urlaub in Paraguay

Wer in Paraguay Urlaub macht, begegnet Naturschätzen, kulturellen Highlights und gastfreundlichen Menschen. Zwei von insgesamt sieben Millionen Einwohnern leben im Großraum von Asunción, der Hauptstadt. Die restlichen Paraguayer verteilen sich auf eine Landesfläche, die etwas größer ist als Deutschland.

Neben Bolivien ist Paraguay das einzige Land Lateinamerikas, das keinen Zugang zum Meer besitzt. Dennoch wird der Staat vom Wasser dominiert: Der Rio Paraguay, mit über 2.549 Kilometern einer der längsten Flüsse der Erde, durchzieht die Region von Nord nach Süd und macht die Böden fruchtbar. Reisende begegnen zahllosen Flusswindungen und einer üppigen Flora und Fauna. Das andere Gesicht Paraguays ist der Gran Chaco. Die Dornbuschsavannen und Trockenwälder ziehen sich bis zum Horizont und erlauben nahe der Grenze zu Argentinien einen Blick in die Endlosigkeit der Pampa zu werfen. Als Rückzugsort für Pumas, Ozelote und Jaguars, lädt das Pantanal dazu ein, den berühmtesten Katzen Südamerikas näher zu kommen. Das größte Sumpfgebiet der Erde dehnt sich im Norden aus und ermöglicht unvergessliche Safaris.

Paraguay
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Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay.

Was Sie vor Ihrem Urlaub über Paraguay wissen sollten

Paraguay

Der Binnenstaat liegt fernab ausgetretener Touristenpfade und daher sind die paraguayische Kultur, Topografie und Geschichte hierzulande wenig bekannt. Um sich auf Reisen gen Südamerika zurechtzufinden und um einen Zugang zur nationalen Lebensweise zu erhalten, gilt es sich deshalb ausführlich einzulesen. Lebensader ist der Rio Paraguay, Lebenssinn das runde Leder und weil die Menschen ihr Land als absolut lebenswert erachten, zählen sie zu den glücklichsten Nationen der Welt. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup ermittelte sowohl 2012 wie auch 2013, dass die Paraguayer das subjektiv größte Glücksgefühl aller Erdbewohner haben. In beiden Jahren landete die Bevölkerung auf Rang 1 dieser alljährlich durchgeführten Befragung.

Geographische Lage

Paraguay grenzt im Norden an Bolivien, im Osten an Brasilien und teilt sich im Süden eine 1699 Kilometer lange Grenze mit Argentinien. Es ist im Zentrum des südamerikanischen Kontinents beheimatet. Die Ufer des nächstgelegenen Ozeans, in diesem Falle des Atlantiks, liegen rund 1000 Kilometer entfernt. Die Landesfläche nimmt 406.752 Quadratkilometer ein, die sich zwischen dem 54 und 62 Grad westlicher Länge und dem 19 bis 27 Grad südlicher Breite erstrecken. Damit liegt das paraguayische Staatsgebiet auf der Südhalbkugel der Erde, sprich die Jahreszeiten laufen spiegelverkehrt zu denen in Europa ab. Der Rio Paraguay fungiert als Namensgeber des Binnenstaates und durchzieht selbigen von Nord nach Süd. Sein Name bedeutet übersetzt Fluss der bunten Vögel. Von den Ureinwohnern, den Guarani wurde er als Ursprungsort des Meeres gesehen. Sie bezeichneten ihn als Wasser, das zum Wasser, sprich in den Ozean, geht.

Die Bevölkerung Paraguays

Die heute hier lebenden Menschen sind zu über 90 Prozent Nachfahren der zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eingewanderten Spaniern und der indigenen Bevölkerung. Zweitgenannte Ethnie setzt sich aus unterschiedlichen Stämmen zusammen, wobei die Guarani die vorherrschende Gruppierung bilden. Ihre Sprache und Kultur dominiert noch heute Paraguays Alltag. Der Rest der Bevölkerung besteht aus in der Vergangenheit immigrierten Europäern, vor allem Slawen und Deutschen, sowie aus Asiaten. Speziell in den 60er Jahren wanderten japanischstämmige Emigranten ein. Obwohl vor, während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg eine Auswanderungswelle gen Südamerika einsetzte, hatte Paraguay nur mit einem geringen, anschließenden Bevölkerungswachstum von 70.000 Menschen zu kämpfen. Zum Vergleich: In Argentinien beispielsweise verbuchte man einen Anstieg von 4,3 Millionen. Am Ende des Jahrzehnts holt man rund 10.000 sogenannte Wolgadeutsche ins Land, um mit ihnen die endlose Ödnis des Gran Chaco zu besiedeln. Eine besondere Rolle innerhalb der Bevölkerung fällt den circa 30.000 deutschstämmigen Mennoniten zu, die seit gut 100 Jahren in Paraguay eine Heimat gefunden haben.

Landesgeschichte

Bevor die Iberer ganz Lateinamerika eroberten, wurde das heutige Staatsgebiet von den Guarani bewohnt. Die Menschen lebten als Nomaden und errichteten deshalb keine Metropolen oder Kultstätten. Obwohl Juan de Solis 1516 bereits die Region erkundet haben soll, beginnt die neuzeitliche Gesichte Paraguays im Jahre 1537. Dann nämlich kamen die Spanier in größerer Zahl und gründeten das Fort Nuestra Senora Santa Maria de la Asunción. Daraus hat sich bis dato die bevölkerungsreichste und politisch wie wirtschaftlich bedeutsamste Stadt des Lands entwickelt. Auch wenn sich der Name der Metropole auf Asunción verkürzte. In den darauffolgenden Jahrzehnten sorgte der mächtige Jesuitenorden für die Missionierung der Guarani. Nach einigem Kompetenzgerangel mit anderen Nachbarstaaten und um das Joch der Jesuiten abzuschütteln, kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 1811 erklärte man sich für unabhängig.

Nachdem die Selbstständigkeit erlangt wurde, setzten sich wiederholt Diktatoren an die Spitze der Nation. Unter ihnen blühte zwar das Gewerbe und die Landwirtschaft auf, doch die Machthaber riegelten den Staat gegen politische Einflüsse von außen rigoros ab und so hat man die Handelbeziehungen zu Argentinien und Brasilien zerstört. Ab 1862 kam es zu eine Expansion des Militärwesens. Paraguays Armee gehörte zu jener Zeit zu den besten weltweit und dies wollte Präsident Francisco Solano López für einen Eroberungsfeldzug ausnutzen. Er verlor jedoch und mit ihm büßte das Land seinen für damalige Verhältnisse hohen Lebensstandard ein. Politisch instabile Phasen, Militärdiktaturen und Jahre des Aufschwungs wechseln sich anschließend ab. Während des Ersten Weltkriegs bleibt man neutral. Im Chaco-Krieg hingegen kämpften die Paraguayer mit aller Macht gegen die Nachbarn. Die kriegerischen Auseinandersetzungen aufgrund territorialer Ansprüche sind längst vorüber. Das Staatsystem Paraguays ist indes immer noch brüchig und anfällig für politische Revolten. So reisen Sie zwar in ein glückliches aber noch nicht gänzlich demokratisiertes Land.

Spanisch als Landessprache

Spanisch, obgleich nur von gut 11 Prozent der Paraguayer als Muttersprache gesehen, fungiert als wichtigstes Mittel der Kommunikation. Die Sprache der einstigen Eroberer wird dieser Tage von den meisten Zeitungen und Fernsehanstalten genutzt und ist darüber hinaus im Schulunterricht von entscheidender Bedeutung. Spanisch fungiert gleichsam als Hochsprache und wird von allen Ethnien, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem kulturellen Hintergrund verstanden. Weil die Mestizen größtenteils von Guarani-Indianern abstammen, spricht dieser Teil der Bevölkerung deren Sprache auch im Alltag. Daneben werden Deutsch, Englisch und Portugiesisch vielerorts verstanden. Reisende brauchen sich also keinesfalls vor Kommunikationsschwierigkeiten zu fürchten, einige Brocken Spanisch und Englisch reichen vollkommen aus, will man durch den Staat reisen.

Reisedauer

Weil keine direkten Flugverbindungen von Europa nach Asunción angeboten werden, muss man als Reisender mehrere Zwischenlandungen einkalkulieren. Diese erfolgen zumeist in Brasilien, speziell in Sao Paulo oder Rio de Janeiro. Doch auch Buenos Aires ist ein wichtiges Luftfahrdrehkreuz, das von vielen europäischen Fluggesellschaften zum Umsteigen benutzt wird. So entsteht eine Reisedauer in die paraguayische Kapitale von durchschnittlich 16 bis 20 Stunden.

Zeitunterschied zwischen Paraguay und Deutschland

Der Binnenstaat liegt gut 10.000 Kilometer weiter westlich als die Bundesrepublik. Daher beläuft sich der Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit auf minus fünf Stunden. Sprich: Ist es in Deutschland 12 Uhr mittags, schlagen die paraguayischen Uhren gerade erst 7 Uhr morgens. Wie auch in Europa, so gibt in Südamerika ebenfalls eine Sommerzeit. Diese endet mit dem ersten Sonntag im Oktober und beginnt am letzten Sonntag im März jeweils um 0 Uhr. In Deutschland werden die Uhren allerdings um einen Monat später umgestellt. Reisen Touristen also innerhalb dieser wenigen Wochen, müssen sie ihre Uhren um sechs Stunden zurückdrehen.

Klima

Weite Teile des Staates verfügen über ein subtropisches Klima. Nur der äußerste Norden, in dem sich das Pantanal weitet, ist tropisch. Weil Paraguay auf der Südhalbkugel liegt, verzeichnen Wetterstationen die wärmsten Tage während der Monate Dezember, Januar und Februar. Dann kann es im Gran Chaco auch bis zu 40 Grad heiß werden. Auf Asunción fallen beispielsweise im Januar durchschnittlich 140 Millimeter Regen. Wesentlich kühler und regenärmer präsentiert sich der Südwinter. Dieser spielt sich zwischen Juni und August ab und bringt der Kapitale eine Durchschnittstemperatur von 18,3 Grad im Juli ein. Im gleichen Monat regnet es dann nur 56 Millimeter. Die sommerliche Schwüle ist drückend und deshalb meinen die Monate März bis September wohl die beste Reisezeit für den südamerikanischen Staat. Wer in die Gran Chaco reisen möchte, muss dies außerhalb der Regenzeit tun. Innerhalb jener Phase vereiteln überschwemmte Straßen ein Durchkommen.

Fußball ist Religion

Keinem anderen Freizeitvergnügen messen die Paraguayer mehr Bedeutung bei als dem Fußball. Obwohl nur eine kleine Nation, konnte sich das Land bereits viermal in Folge für die Weltmeisterschaft qualifizieren und fungiert bei der Copa América regelmäßig als Titelschreck für die altgedienten Fußballgrößen Brasilien oder Argentinien. Für die Endrunde 2014 reichte es zwar nicht, dennoch steht bei einem Spiel der Nationalelf das öffentliche Leben in Paraguays Städten und Dörfern still. Schulstunden fallen aus, Läden haben geschlossen und in den Stadtverwaltungen ruht die Arbeit. Besonders stolz ist man auf Spieler wie Roque Santa Cruz, der den Sprung in europäische Ligen geschafft hat. Doch es geht nicht nur um den Profisport. Wo immer man in Paraguay eine Schar Kinder beim Herumtollen beobachtet, ist ein Fußball mit dabei. Garagenvorplätze werden ebenso zum Bolzen benutzt wie öffentliche Parkanlagen und auch in den Pausenhöfen tritt immer irgendwer gegen einen Ball.

Paraguay als Individualtourist erleben

Wer in das Herz Südamerikas reist, kann und wird keine europäischen Verhältnisse in Sachen Infrastruktur und Sicherheit erwarten. Dennoch ist es möglich in Eigenregie und ohne einen ortskundigen Begleiter umherzureisen. Mietwagen und Überlandbusse stehen zur Verfügung. Zwischen Asunción und Ciudad del Este verkehren regelmäßig Inlandsflüge. Gerade im dichter besiedelten Osten stehen Hotels unterschiedlicher Kategorien zur Auswahl. Auf einfache, landestypische und gepflegte Unterkünfte trifft man selbst im entlegenen Gran Chaco. Wenngleich natürlich nicht in so großer Zahl. Touristen sollten sich bewusst machen, dass das Verkehrsnetz aufgrund der oft starken Niederschläge nur beschränkt benutzbar ist. Kommt es zu ertragreichen Regenfälle, stehen viele Straßen unter Wasser und sind nicht selten für mehrere Wochen unpassierbar. Daher asphaltiert man in Paraguay nur die wichtigsten Verkehrsrouten. Kleine Überlandverbindungen sind zumeist auf Erde oder Sand angelegt.

Route planen

Asunción ist für die meisten Touristen die ersten Station einer Rundreise durch Paraguays Landschaften. Die Hauptstadt beheimatet den größten, nationalen Flughafen, den Aeropuerto Internacional Silvio Pettirossi, der wiederum hervorragend an die Bahn- und Busverbindungen des Staates angeschlossen ist. Auch Mietwagen-Anbieter unterhalten direkt an den Terminals ihre Filialen. Weil Asunción unweit der Grenze zu Argentinien liegt, empfiehlt es sich erst einmal den Südosten zu erkunden und dann weiter Richtung Nordosten zu reisen. Mit einem kreisenden Rund durch den Gran Chaco findet man schlussendlich den Weg zurück in die Hauptstadt. Weil das Land von teils extremen Naturabläufen geprägt ist, sollten Sie Ihre Reiseroute auch von der Jahreszeit abhängig machen. Wer längere Zeit im Hitzepol Südamerikas, dem fabelhaften Gran Chaco zubringen möchte, urlaubt besser im Südwinter. Neigt sich dieser langsam dem Ende und möchte man trotzdem dorthin gelangen, sollte eine Tour durch die Savanne an den Beginn der Reise gestellt werden.

Flüge buchen

Obwohl Asuncións Flughafen Verbindungen zu allen größeren Metropolen Südamerikas unterhält, landen keine Direktflüge von anderen Kontinenten auf seinen Rollfeldern. Dies bedeutet für Urlauber aus Europa, mindestens einmal zwischenlanden zu müssen. So fliegt man von Frankfurt nach Rio de Janeiro, steigt dort von der Lufthansa- oder Condor-Maschine in die TAM Airlines um und landet nur wenige Stunden später auf paraguayischem Staatsgebiet. Letztgenannte Fluggesellschaft hat ihren Sitz in Asunción und stellt die häufigsten Verbindungen her. Wollen Touristen also einen Flug nach Südamerika buchen, ist es ein zeitlicher Vorteil, parkt nach der Zwischenlandung in Santiago de Chile, Sao Paulo, Buenos Aires oder Caracas eine der paraguayischen Maschinen vor der Gangway. Auch die Unternehmen Gol Transportes Aéreos und Aerolíneas Argentinas fliegen den Binnenstaat an.

Visum beantragen

Für eine maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen braucht es kein Visum. Wer einen Urlaub im lateinamerikanischen Staat verbringen möchte oder dort auf Geschäftsreise weilt, muss lediglich einen Reisepass vorlegen. Dieser hat mindestens für die komplette Dauer des Urlaubs gültig zu sein. Ein Personalausweis reicht nicht aus, der vorläufige, grüne Reisepass hingegen schon. Deutschen Staatsbürgern sei die Einreise über den Flughafen von Asunción empfohlen. Nur dort ist die Vergabe der sogenannten Internationalen Einreisekarte obligatorisch. Reisende, die aus einem Nachbarstaat über einen Grenzposten gelangen möchten, müssen sich um diese Aufenthaltserlaubnis selbst kümmern und sollten dies bestenfalls noch in der Bundesrepublik über die paraguayische Botschaft in Berlin abwickeln. Die gängigste Methode ist allerdings die Anreise über den einzigen internationalen Airport des Landes. Kurz vor der Landung verteilt das Flugzeugpersonal unaufgefordert die Internationale Einreisekarte, welche sofort ausgefüllt werden muss. Außerdem haben die Passagiere noch ein weiteres Schreiben zu unterzeichnen. Mit jenem Dokument gibt man eine eidesstattliche Versicherung ab, keine tierischen Lebensmittel, Pflanzen oder Devisen über 10.000 USD einzuführen. Verstöße werden hart geahndet. Wollen Sie länger als die veranschlagten 90 Tage in Paraguay weilen, können Sie das Visum verlängern lassen. Dies gelingt über die Dirección General de Migraciones. Bei der Ausreise muss eine Flughafensteuer entrichtet werden.

Einreisestempel

Urlauber haben darauf zu achten, dass auf ihrer Internationalen Einreisekarte ein deutlich sichtbarer Stempel prangert. Auch im Reisepass muss dieser zwingend vorhanden sein. Weil es an den Provinzgrenzen aber auch überall sonst im Land häufig zu Polizeikontrollen kommt, ist dieser Stempel von großer Bedeutung. Er beweist, dass ordnungsgemäß eingereist wurde. Ist er nicht vorhanden, gilt der Aufenthalt als illegal. Die Beamten verlangen dann ein hohes Bußgeld. Wird sich gegen die Kontrolle gesträubt oder zeigt sich der Betroffene nicht kooperativ, haben die Verantwortlichen durchaus die Befugnis, ihn außer Landes zu verweisen.

Mit dem Bus reisen

Paraguays Schienennetz ist nur rudimentär ausgeprägt und daher spielen Überlandbusse eine große Rolle im öffentlichen Verkehrswesen. Die Fahrzeuge verbinden in regelmäßigen Abständen Städte und Ortschaften miteinander und machen es möglich, auch in entlegene Winkel zu reisen. Alleine vom Busbahnhof in Asunción fahren mehrmals täglich Linien nach Mariscal Estigarribia, Loma Plata, Encarnación, Filadelfia, Ciudad del Este, Villarrica, Caaguazú und Hernandarias ab. Aufgrund des teilweise hohen Verkehrsaufkommens und der vielerorts schlechten Straßenverhältnisse, brauchen Reisende ein wenig Geduld. Dass sich die Ankunftszeit am erwählten Zielort um einige Stunden verschiebt, ist keine Seltenheit. Soll dort ein weiterer Anschlussbus erreicht werden, gilt es dies zu bedenken und vielleicht einen Bus früher zu nehmen. Die Ausstattung der Fahrzeuge ist komfortabel und so sind Reisen, die mehr als zehn Stunden dauern, problemlos zu absolvieren.

Auto mieten oder kaufen

In den größeren Städten finden Reisende international agierende, auch in Europa etablierte Autovermieter. Die Verleiher stellen Fahrzeuge verschiedener Kategorien zur Auswahl. Strebt man Reisen über Land und in die Natur an, sollte zu einem Allradmodell gegriffen werden. Die Mietwägen dürfen nur innerhalb der Grenzen Paraguays fahren. Gerade Reisende, die die Iguazù-Wasserfälle im Grenzgebiet besuchen möchten, sollten Rücksprache mit dem Autovermieter halten. Manchmal untersagen die Verleiher auch das Benutzen gefährlicher Abschnitte oder den Besuch in häufig von Überschwämmungen heimgesuchten Regionen.

Autokauf

Um ein Auto zu erwerben, braucht es eine Wohnadresse innerhalb Paraguays. Wer sich zeitweilig in einem Appartement oder Haus eingemietet hat, kann dessen Anschrift vorlegen. Dann muss die Anmeldung bei der örtlichen KFZ-Zulassungsbehörde erfolgen, um die Steuer auch ordnungsgemäß abführen zu können. Wer möchte, lässt dies von einem sogenannten Gestor arrangieren. Der Gemeindemitarbeit muss allerdings gesondert bezahlt werden. Der Kauf an sich funktioniert, wie beinahe überall auf der Welt, in einem Autohaus. Von Einkäufen über private Anbieter ist aus Sicherheitsgründen Abstand zu nehmen.

Führerschein

Unabhängig davon ob der PKW gemietet oder gekauft wurde, braucht es auf den Straßen einen internationalen Führerschein. Bestenfalls führt man auch die normale, deutsche Lizenz noch mit sich, um die Legitimation bei einer Kontrolle zu unterstreichen. Wer eine paraguayische Fahrerlaubnis besitzt, braucht keine internationale. Auch bei Ausländern reicht dieses Dokument aus. Verfügen Sie sowohl über einen paraguayischen wie auch über den internationalen Führerschein und wurde Ihnen der erstgenannte unlängst abgenommen, dürfen Sie nicht weiterfahren. Bei Verkehrsverstößen, die einen Fahrerlaubnisentzug des nationalen Scheins zur Folge hatten, darf sich nicht auf ein anders Dokument berufen werden.

Als Backpacker unterwegs in Paraguay

Etwas abseits der etablierten Backpacker-Routen gelegen, wird der Binnenstaat erst seit den 90er Jahren als adäquates Reiseziel angesehen. Die für Rucksacktouristen relativ gute Infrastruktur, bestehend aus preiswerten Hotels und einem dichten Busliniennetz, macht das Umherreisen einfach. In Puncto Sicherheit zeigen sich regional große Unterschiede. Nachts durch Asunción zu spazieren ist nicht anzuraten, wohingegen in kleineren Dörfern und Gemeinden kaum Kriminalität existiert. Bestenfalls erkundigt man sich nach der Ankunft im jeweiligen Hotel, wie der Rezeptionist die Sicherheitslage vor Ort persönlich einschätzt. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hält nach wie vor an den Reisewarnungen für die Provinzen San Pedro und Concepción fest. De facto ist es dort seit mehreren Jahren nicht mehr zu Übergriffen auf Touristen durch die Guerilla-Organisation Ejercito Popular Paraguayo gekommen.

Paraguay als Pauschaltourist besuchen

Pauschale Reiseangebote, die Touristen zu den Must-Sees führen gibt es zwar nicht in exorbitant hoher Zahl, doch existieren sie. Meistens handelt es sich dabei um organisierte Rundreisen oder Städtetrips in die Metropolen Asunción und Ciudad del Este. Auch werden von den Reiseveranstaltern zwei- bis vierzehntägige Touren durch die Landschaftsräume angeboten. Weil es sich in der Regel um kleinere Organisationen handelt und etablierte Großkonzerne erst allmählich das Zentrum Südamerikas für sich und ihre Kunden entdecken, gilt der paraguayische Pauschaltourismus als in den Kinderschuhen steckend. Wer dem Land eine Stippvisite abstatten und für sieben Tage in der Kapitale weilen möchte, stößt im Reisebüro auf interessante Angebote, die oft auch Tagesausflüge ins Hinterland beinhalten. Badetourismus existiert aufgrund des fehlenden Meerzugangs nicht. In den großen Flüssen ist das Schwimmen zu gefährlich, wenngleich einige Seen im Süden durchaus verlockend sind. Das nationale Fremdenverkehrsamt hat sich den nach costa-ricanischem Vorbild sanften Tourismus auf die Fahnen geschrieben. Daher wird es auch in Zukunft nicht allzu viele Pauschalreiseangebote geben.

Beratung im Reisebüro

Planen Urlauber eine Entdeckungstour und wollen sie vor allem die kulturellen Sehenswürdigkeiten in Augenschein nehmen, sind etablierte Reisebüros, die sich auf das Segment Südamerika spezialisiert haben, zuverlässige Partner. Meist basieren die Tipps und Empfehlungen auf eigenen Erfahrungswerten und weil mit Veranstaltern vor Ort zusammengearbeitet wird, weiß man sehr genau über die aktuelle politische und damit sicherheitsbedingte Lage Bescheid. Als verlässlicher Ansprechpartner und Ideengeber schlägt das Reisebüro eine Internetbuchung in diesem Fall um Längen. Schließlich gehört das Land südlich des Amazonas immer noch zu den nicht vom Massentourismus erfassten Regionen. Deshalb ist das persönliche Gespräch von entscheidender Bedeutung.

Hotelbewertungen sind unzuverlässig

Weil die in Europa etablierten Sternvergaben für Hotels innerhalb Paraguays nicht gelten, fällt eine Kategorisierung schwer. Was sich in Lateinamerika als Drei-Sterne-Haus bezeichnet, würde hierzulande manchmal keine Auszeichnung erhalten. Andererseits: Vielfach wundern sich Touristen, warum ihre erwählte Unterkunft keinerlei Klassifizierung vornimmt, sind doch ein guter Service, Pools und geräumige, luxuriöse Zimmer vorhanden. Weil sich das in vielen anderen Erdteilen gängige Bewertungssystem noch nicht durchgesetzt hat und sowohl Unter- wie auch Übertreibungen an der Tagesordnung sind, gilt es sich auch in diesem Themenbereich auf ein kompetentes Reisebüro zu verlassen. Generell herrscht im Land eine andere Vorstellung von Komfort, gehört man doch zu den Staaten, die einen mittleren Human Development Index aufweisen. Erst nach und nach werden die Hotelanlagen saniert und so ist es nicht ungewöhnlich, in einem charmanten aber renovierungsbedürftigen Haus zu übernachten. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des paraguayischen Personals hingegen bleibt legendär. Gastlichkeit ist eine nationale Tugend.

Familienurlaub in Paraguay

Die Paraguayer gelten als überaus kinderfreundlich und ohnehin als extrem geduldig. Das Geschrei tobender Kinder stört gewiss niemanden und fängt der Nachwuchs bei einer langen Überlandbusfahrt irgendwann an sich zu langweilen, sorgen die Mitreisenden gerne für Abwechslung. Mit den Sprösslingen zu Reisen und sich den Naturwundern und Kulturschätzen zu nähern, ist also kein Problem. Im Gegenteil. Weil die junge Generation ein gerne gesehener Gast in Hotels und Restaurants ist, werden für sie vergünstigte Tarife erhoben. Lädt man Touristen während eines Urlaubs zum Essen in einen Privathaushalt ein, geht man davon aus, dass auch die Kinder mitkommen. Wer einen Urlaub mit der ganzen Familie plant, braucht keine weiteren Aspekte zu beachten. Es empfiehlt sich allerdings für jedes Kind einen eigenen, mit Foto versehenen Kinderreisepass mitzuführen. Eintragungen im elterlichen Dokument werden weder am Flughafen noch an den zahlreichen Polizeikontrollpunkten akzeptiert.

Paraguay für Reisegruppen

Sich einer geführten Gruppenreise anzuschließen ist wohl die entspannteste Urlaubsoption. Die fach- und ortskundigen Guides kennen sich mit der exotischen Tier- und Pflanzenwelt bestens aus, wissen um die sehenswerten Hotspots und zeigen die kulturellen Highlights. Außerdem kann sich auf derartigen Reisen ausschließlich aufs Bestaunen fokussiert werden. Die komplette Organisation übernimmt der Veranstalter. In der Regel werden Gruppentouren via Omnibus durchgeführt, wobei auch Inlandsflüge und Fährfahrten als Fortbewegungsmittel zur Verfügung stehen. Die ausgewählten Hotels entsprechen zumeist den europäischen Standards, wenngleich dies natürlich vom lokalen Angebot der jeweiligen Region abhängig gemacht werden muss.

Die schönsten Reiseziele in Paraguay

Von unberührten und einzigartigen Naturräumen gesegnet, wartet das Land mit vielfältigen Destinationen auf. Fallende Wässer, dichte Regenwälder, endlose Sümpfe und eine immer noch intensiv gelebte, indianische Tradition machen den Staat zu einem Unikum Südamerikas. Kaum in einem anderen Land spielen die Ureinwohner und deren Kultur eine derart gewichtige Rolle. Daneben haben auch die spanischen Eroberer einige Schätze hinterlassen, die einen Besuch lohnen. Iberische Baukunst trifft auf tropische Landschaften und wird von einer reichen, beinahe unbeeinträchtigten Tierwelt ergänzt. Capybaras beim Spielen zu beobachten und die mittlerweile verfallen Stätten des Jesuitenordens bestaunen; zwei Aktivitäten, die auf keiner Reise fehlen dürfen.

UNESCO-Welterbestätten

Auf dem Gelände von La Santísima Trinidad de Paraná unweit der Grenzstadt Encarnación begegnen Reisende einer im Jahre 1706 errichteten Jesuiten-Reduktion. Der spanische Bund der Glaubensbrüder wollte das Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien von einem zentralen Ort aus missionieren. Den Guarani wurde die christliche Glaubenslehre näher gebracht und gleichzeitig ihre Sesshaftigkeit befördert. Mitte des 18. Jahrhunderts wohnten rund 4000 Menschen in der heutigen Ruinenstätte. Die UNESCO nahm das Areal bereits 1993 in ihre Welterbeliste auf. Ebenso wie das nur zehn Kilometer entfernte Jesús de Tavarangüe. Die von den Jesuiten gegründete und erbaute Ortschaft existiert noch dieser Tage und zählt rund 2500 Einwohner. Das Gotteshaus samt Sakristei und sehenswertem Taufbecken verfiel im Laufe der Jahrhunderte, strahlt aber noch immer eine beeindruckende Erhabenheit aus. Besonders interessant: Der Altar trotzt allen klimatischen Einflüssen und steht unverändert inmitten der dachlosen Kirchenruine.

Asunción

Im Großraum der Hauptstadt, die auch die wichtigsten Museen des Landes beherbergt, leben knapp 2 Millionen Menschen. Sie alle pilgern regelmäßig in den Jardín Botánico. Vormals einzig dem Präsidenten Lopez zum Lustwandeln vorbehalten, ist er dieser Tage der Öffentlichkeit zugänglich. Nebst herrlichen Blumenrabatten begegnen Ihnen dort auf Reisen die Museen für Geschichte und Naturkunde sowie eine Ausstellung, die über die Indigenen berichtet. Ethnografisches, archäologisches und paläontologisches Museum reihen sich aneinander und grenzen an den zoologischen Garten der City. Ein wundervolles Panorama auf die Metropole schenkt der Cerro Lambaré. Der höchste Punkt Asuncións muss erwandert werden und liegt rund 12 Kilometer von der Downtown entfernt. Keinesfalls versäumt werden sollte die Dampflokfahrt entlang des Rio Paraguay. Der historische Zug rattert und schaukelt durch die Stadtviertel und chauffiert die Reisenden bis nach Areguá am Lago Ypacarai.

Plaza de los Heros

Als pulsierendes Herz Asuncións geltend, verwandelt sich der zentral gelegene Platz täglich in eine pulsierende Freifläche. Einheimische wie Touristen spazieren umher, genießen das nostalgische Flair und bestaunen die prunkvollen Bauten. Unter ihnen stechen vor allem das Panteón de los Héroes sowie das Oratorio de la Virgen de la Asunción hervor. Das erstgenannte, schneeweiße Gebäude erinnert an den Pariser Invalidendom und wurde 1936 zu Ehren der paraguayischen Kriegshelden erbaut. Gleich nebenan versteht es die ebenso schlichte wie imposante Catedral Metropolitana zu verzaubern. Das größte Gotteshaus der Stadt ist Bischofssitz und verfügt über einen beeindruckenden Altar. Nur einen Steinwurf vom Heldenplatz entfernt, tobt auf der Calle Palma das pralle Leben. Die Geschäftsstraße wird von Restaurants, Souvenirläden und Einkaufszentren dominiert. Gerade an den Wochenenden verwandelt sie sich zusätzlich in eine Feiermeile. Kostenloste Konzerte finden fast jeden Samstagabend statt.

Casa de la Independencia

Das kleine, weißgekalkte Häuschen fällt auf. Es hebt sich deutlich von den prächtigen Kolonialbauten und den modernen Hochhausfassaden ab und fungiert doch als Geburtsort der Millionencity. Es wurde 1772 vom spanischen Siedler Antonio Martínez Sáenz errichtet und ist damit das älteste noch heute stehende Gebäude der Stadt. In der Nacht auf den 15. Mai 1811 hielt sich eine Gruppe von Freiheitskämpfen in dem Gebäude auf. Sie traten am Morgen hinaus auf die Straße und verkündeten die Unabhängigkeit Paraguays. Ein kleines aber beeindruckendes Museum lässt tief in die Geschichte des Landes blicken und zeigt, wie die gut situierte Stadtbevölkerung dereinst zu leben pflegte. Hinter dem Gebäude ist ein Straßenzug erhalten, an das alte Asunción präsentieren soll.

Plaza Juan de Salazar

Eine stimmungsvolle Freifläche mit hübschen schwarz-weißen Fliesen, einem türkisfarbenen Brunnen und einer trutzig herabblickenden Statue erinnert an den Entdecker Juan de Salazar. Auf einer seiner Expedition, bei der er eine Verbindung zwischen den Andenstaaten Peru und Bolivien und dem Rio de la Plata suchte, machte er auf dem heutigen Stadtgebiet Station. Er gründete am 15. August 1537 das Fort Nuestra Senora Santa María de la Asunción und gilt damit als Vater der Metropole, deren erster Bürgermeister er auch war. Obwohl Juan de Salazar zwischenzeitlich wieder nach Spanien zurückbeordert wurde, verbrachte er seine letzten Lebenstage am Rio Paraguay. Er starb 1560 in Asunción und wird von den Bewohnern noch immer tief verehrt.

Estácion del Ferrocarril

Als erstes Land Südamerikas setzte Paraguay auf die Bahn als damals noch neues Transportmittel. Aus jener Zeit des Aufbruchs und der technischen Errungenschaften erzählt der alte, historische Bahnhof der Metropole, welcher im Jahre 1861 erbaut wurde. Das Bauwerk zeigt eine Ausstellung über die Anfänge des Schienenverkehrs und präsentiert darüber hinaus stimmungsvolle Loks. In den historischen Abteilen atmet man den gediegenen Charme der Vergangenheit und auf den Schautafeln erhalten die Besucher Einblick in die komplizierte Realisierung des Streckenbaus. Herzstück der Sammlung ist die Lok Sapucai, zu deutsch: der Schrei.

San Bernandino

Weil die Kapitale und das kleine Örtchen San Bernandino nur gut 50 Kilometer voneinander entfernt liegen, erkoren es die Hauptstädter zu ihrem liebsten Sommersitz. San Bernandino schmiegt sich an den in den Sommermonaten Dezember bis Februar zum Baden einladenden Ypacarai-Sees und wird an wolkenlosen Wochenenden von bis zu 20.000 Menschen bevölkert. Aus der Taufe gehoben haben die Gemeinde deutsche Auswanderer, die auch die Dorffahne designten: Schwarz-Rot-Gold weht es am Rathaus. Wer es sich leisten kann, erwirbt ein Ferienhaus in der Region und feiert an den Wochenenden in den zahllosen Clubs und Discotheken. Reisen Sie während der Hauptferienzeit an die Ypacarai-See, werden Sie sich in einer der Partyhochburgen am Mittelmeer wähnen.

Areguá

Ebenfalls am Ypacarai-See gelegen, präsentiert sich die Departementhauptstadt Areguá wesentlich gemütlicher. Die beschaulichen Altstadtgassen schlängeln sich um ein sehenswertes Gotteshaus und führen hinüber auf die von unzähligen Handwerksbetrieben gesäumte Einkaufsstraße. Töpferwarenhändler reihen sich aneinander und untermauern ebenso wie die vielen Galeristen den Ruf Areguás, eine kreative Künstlerhochburg zu sein. Dieser Umstand ist nicht verwunderlich, wirkt doch die Aussicht von den Häuserzeilen hinunter auf den idyllischen See äußerst inspirierend. Allerorten laden Lokalitäten dazu ein, paraguayische Köstlichkeiten zu verkosten und versinkt die Sonne hinter den Hügelketten, treffen sich Tagesgäste und Urlauber in den Restaurants am Seeufer.

Parque Nacional Ybycui

Rund 50 Quadratkilometer groß, verzaubert dieses Schutzgebiet Naturliebhaber und Abenteurer mit romantischen Wasserfällen. Umgeben von dichten, immergrünen Wäldern, rauschen die Kaskaden kleine Felskanten hinab und laden dazu ein, ein erfrischendes Bad zu nehmen. Neben dem Besucherzentrum des Ybycui-Nationalparks, in welchem ein kleines Museum untergebracht ist, wird man auf Überreste des sogenannten Tripel-Allianz-Krieges treffen, der von 1864 bis 1870 ausgefochten wurde. Die Kanonen, Aussichtstürme und Wehranlagen sind vielfach von Vegetation überwuchert und agieren dieser Tage nur mehr als stumme Zeugen einer für Paraguay traumatischen Auseinandersetzung. Entfernen sich die Parkbesucher von diesen historischen, militärischen Hinterlassenschaften, entführen sie verschlungen Wanderpfade zu den stimmungsvollen Bachläufen des Nationalparks. Kleine, natürliche Pools und ein vielstimmiges Vogelkonzert gelten als Aushängeschilder des Ybycui.

Parque Nacional Cerro Corá

Der 1976 gegründete Nationalpark ist mit seinen 55 Quadratkilometern der größte Paraguays. Hauptschlagader des Schutzgebietes ist der Fluss Aquidabán, an dessen Ufern sich seltene Tierarten beobachten lassen. Auf geführten Wanderungen erfährt man Mannigfaltiges über die üppige Pflanzenwelt. Mit der Flora und Fauna der Region beschäftigt sich auch das Park-Museum, welches unweit der brasilianischen Grenze gelegen, auch über den Tripel-Allianz-Krieg Auskunft gibt. Doch als interessierter, wanderfreudiger Besucher dürfen Sie noch weiter in die Historie blicken. An den glatten, bizarren Felswänden des Cerro Coral haben sich prähistorische Bewohner verewigt. Die in die Steine im Wortsinne geschnitzten Zeichnungen, sogenannte Petroglyphe stammen aus dem dritten Jahrtausend vor Christus und erzählen aus dem alltäglichen Leben der Ureinwohner.

Wasserfälle von Iguazú

Dort wo Argentinien, Brasilien und Paraguay einander begegnen, grollt ein Donnern durch die Regenwälder. Dieses schon aus über fünf Kilometern Entfernung vernehmbare Geräusch kündigt die Ankunft an den Iguazú-Wasserfällen an. In Form eines Hufeisen hat sich der gleichnamige Fluss im Laufe der Jahrmillionen in die Felsen gefräst und stürzt sich von bis zu 82 Meter hohen Fallkanten in die Tiefe. Weil der hintere, enge Teil der Kaskaden allzeit in eine Dunstwand gehüllt ist und damit ein mystisches Antlitz besitzt, wird er auch Teufelsschlund genannt. Die gigantische Menge von maximal 7000 Kubikmetern Wasser pro Sekunde rauscht durch die 700 Meter lange Schlucht, die bereits in mehreren Hollywood-Produktionen als Kulisse diente. Sowohl James Bond wie auch Indianer Jones kletterten an den steilen Felsen des Iguazú umher.

Eine uralte Erzählung der Guarani berichtet davon, dass der extrem eifersüchtige Gott Mboi an jener Stelle um eine Opfergabe betrogen wurde. Der nicht gerade menschenfreundliche Herrscher, welcher die Gestalt einer Riesenschlange hatte, verlangte von den Ureinwohnern alljährlich ein junges, hübsches Mädchen. Die vom Stamm erwählte Frau entkam, da ihr ein Verehrer dabei half die Flucht anzutreten. Darüber war Mboi derart erzürnt, dass er mit seinem massigen Schlangenkörper auf den Lauf des Iguazú einschlug. So entstand die längliche, tiefe und geheimnisvolle Schlucht.

Ciudad del este

Der mächtige Rio Paraná schlängelt sich in riesigen Flusswindungen an Ciudad del este vorüber und bildet die Grenze zu Brasilien. Die Stadt des Ostens fungiert als wichtiges Wirtschaft- und Handelszentrum und ist darüber hinaus Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Iguazú-Wasserfällen. Ihre 320.000 Bewohner machen sie zur zweitgrößten City des Landes. Bei einer Rundreise in der Metropole Station zu machen, bringt Ihnen Shoppingvergnüglichkeit ein. Mehrere große Einkaufszentren, die vorrangig für Tagesgäste aus Brasilien konzipiert wurden, stehen zur Auswahl. Außerdem werden überall auf dem Stadtgebiet Märkte abgehalten, auf denen Bauern aus der Umgebung ihre Waren feilbieten. Wie ein überdimensionierter Basar, dessen geschäftiges, buntes Treiben niemals zur Ruhe kommt, so präsentiert sich Ciudad del este. Ein wenig Entschleunigung verspricht der Blick auf das städtische Wahrzeichen: Die Brücke Puente de la Amistad schwingt sich über den breiten Rio Paraná und stellt die einzige befahrbare Verbindung hinüber ins brasilianische Foz do Iguacú her. Am Grüngürtel des Stroms zu sitzen und dem quirligen Grenzverkehr zuzusehen, entspannt.

Atyra

Nur ein Jahr nach der Gründung Asuncións legte der Spanier Domingo Martínez de Irala den Grundstein für das Städtchen Atyra. Die Ansiedlung zählt dieser Tage 15.000 Einwohner und präsentiert sich als blumenreiches, beschauliches Idyll. Neben einer wunderhübschen Kirche aus dem 16. Jahrhundert ist es vor allem der Handel mit aus Leder oder Holz hergestellten Kunstgegenständen, der Atyra einen hohen Bekanntheitsgrad eingebracht hat. Entlang der Hauptstraße präsentieren Handwerker und Künstler ihre Unikate und verlocken dazu, dem Kaufrauch zu verfallen. Franz von Assisi ist der Stadtheilige und wird alljährlich am 4. Oktober mit einem großen Festumzug geehrt. Tausende Besucher strömen dann herbei und feiern bei zumeist sonnigem Frühlingswetter eine rauschende Party.

Paraguays Küche

Entgegen vieler anderer südlicher Länder isst man in Paraguay nicht gerne scharf. Chili-Gewürze und Pfeffer spielen eine untergeordnete Rolle. Doch eines haben die Paraguayer mit ihren Nachbarn gemeinsam: sie lieben Fleisch! Die Landwirtschaft, welche vor allem auf der Zucht von Rindern fußt, liefert die Zutaten für die beliebtesten Gerichte. Dennoch machen sich auch die Einflüsse der europäischen und asiatischen Einwanderer bemerkbar. Aufgrund der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, hat der Binnenstaat kulinarische Eigenheiten entwickelt, die südamerikanische Spezialitäten mit denen anderer Kontinente kombinieren. Das subtropische beziehungsweise tropische Klima lassen exotische Früchte gedeihen, die gerne als süß-saure Ergänzung für das Rindfleisch oder die Maiskompositionen verwendet werden.

Teils deftig, teils exotisch

Auch wenn die Paraguayer nicht übermäßig scharf speisen, so mögen sie es doch würzig. Abends sitzt man am Grill zusammen und legt alles nur Erdenkliche auf den Rost. Dazu trinken die Menschen am liebsten Mate-Tee. Das koffeinhaltige Getränk wird kochend heiß serviert und mittels der Bombilla, einem kleinen Saugröhrchen getrunken. Wer den Mate kalt genießen möchte, bestellt ihn in einem Kürbis. Via Strohhalm schlürft man den abgekühlten Tee aus der ausgehöhlten Frucht und genießt dazu eine gegrillte Köstlichkeit. Papaya und Mango werden ebenso auf die Grillspieße gesteckt wie zarte Rinderlendchen und weil der Mais als Grundnahrungsmittel gilt, mischen ihn die Köche mit Zwiebeln, Käse und Milch zum Nationalgericht. Diese als Sopa Paraguay bezeichnete Mahlzeit darf auf keiner Speisekarte und auf keinem Familienfest fehlen und wird speziell an Feiertagen kredenzt.

Paraguay ist berühmt für sein Rindfleisch

Egal in welchem Landesteil Sie Ihren Urlaub verbringen, überall auf den kultivierten Flächen werden Ihnen gigantische Rinderherden begegnen. Vor allem im Gran Chaco. Kaum eine Speise kommt ohne das Fleisch der Tiere aus und weil es sich herumgesprochen hat, dass das paraguayische Rindfleisch einen exzellenten Geschmack besitzt, wird es mittlerweile auch in andere Länder exportiert. Abgesehen von der geschmacklichen Komponente gefällt vielen Konsumenten, dass die Tiere stets in der freien Natur und nicht in Großbetrieben gehalten werden. Massenproduktion und lebensunwürdige Bedingungen sind damit ausgeschlossen. Die Steaks und Filets werden hauptsächlich als Grillgut verwendet und so begegnet den Reisenden kaum ein Restaurant, das nicht hauptsächlich auf einem im Wirtsgarten ausgelagerten Großgrill kocht.

Maniok

Bereits zu Zeiten der Guarani nahm Maniok einen großen Part der täglichen Ernährung ein. Aus der knorrigen Wurzel der Pflanze, deren Knollen bis zu 10 Kilogramm schwer werden können, lässt sich allerlei Schmackhaftes zubereiten. Entweder man schält und schneidet die Wurzeln in kleine Stücke um sie gleichsam Salzkartoffeln im Wasser zu kochen oder man frittiert sie wie Pommes fittes. In den Küchen Paraguays werden aus dem geriebenen Maniok würzige Tortillas gezaubert. Weil die frittierte Frucht hervorragend zu Saucen und Dips schmeckt, bieten Imbissstände sie überall als Fastfood an. Wenn Sie sich also einen Rindfleischburger bestellen, darf zwischen Kartoffel- oder Maniok-Pommes gewählt werden.

Mais

Kaum ein Gericht ohne Mais! Die alte Kulturpflanze der Mayas und Inkas gehört zu Paraguay wie der gleichnamige Fluss. Als gegrillter Kolben mit zerlassener Butter, im Salat, als Grundbaustein der Tortilla, in Klößchenform oder im Auflauf kann Mais geordert werden und wer nur einen kleinen Snack für zwischendurch möchte, kauft sich eine Tüte Tortillachips. Wie überall in Südamerika, so auch in Paraguays Töpfen wird die gelbe Frucht als Beilage und manchmal sogar als Hauptbestandteil einer Mahlzeit eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist die Sopa, die zu rund 50 Prozent aus gemahlenem Mais besteht.

Parilladas

Die Grillleidenschaft der Paraguayer macht auch vor Innereien nicht Halt. Wer auf der Speisekarte eines Restaurants Parilladas entdeckt, sollte diese unbedingt einmal versuchen. Sowohl Innereien vom Rind wie auch vom Schwein werden auf dem Rost und mit allerlei Gewürzen zubereitet. Zu dem Gericht gehören indes auch Fleischstücke, die aus der Hüfte der Tiere stammen. Zu Würsten verarbeitet, in feine Streifen geschnitten und mit Paprika, Tomaten, Zucchini und Bohnen verfeinert, dürfen Parilladas auch auf privaten Grillfeiern nicht fehlen.

Chipas

Die kleinen Brötchen werden zu Knöpfen, Brezeln, Ringeln oder Buchstaben geformt und sind ein fester Bestandteil der Karwochen-Küche. Auch in den Gotteshäusern verteilt man dieses Abendmahlbrot manchmal an die Gläubigen. Hergestellt aus den Grundzutaten Maniokstärke, Butter, Anis, Salz und Eiern, verfeinern viele Bäcker und Köhce die leckeren Brötchen mit ein wenig Käse. Geriebener Gouda oder Mozzarella sind dabei am beliebtesten.

Empanadas

Als kleiner Snack für Zwischendurch verkaufen Imbissbuden die Teigtaschen quasi an jeder Ecke. Die Hülle sieht allzeit gleich aus und wird entweder aus Mais- oder Weizenmehl gefertigt. Doch bei der Füllung sehen Sie sich der Qual der Wahl gegenüber. Von der Kräuter-Gemüse-Mischung bis hin zu würzigem Käse, findet alles in den leckeren Minibackwerken Platz. Die am meisten verzehrten Teigtaschen sind, wie könnte es bei den fleischliebenden Paraguayern anders sein, die sogenannten Empanadas de Carne. Rind- oder Hühnerfleisch gebraten, frittiert oder gekocht und mit Zwiebeln, Spinat oder Tomaten zubereitet, sind als Füllung besonders beliebt. Doch auch als Fischfreund wird man in den Fastfood-Läden fündig: Thunfisch Empanadas gelten seit einigen Jahren als in.

Mazamorra

Paraguays beliebteste Süßspeise besteht hauptsächlich aus Mais und kann auf unterschiedliche Weise hergestellt werden. Mit Honig vermengt, erinnert sie ein wenig an das griechische Halva, wenngleich die Mazamorra flüssiger daherkommt. Die am häufigsten angebotene Variante ist jene aus Milch. Sie sieht einem klassischen Milchreis durchaus ähnlich. Die unter Kindern begehrte aber extrem süße Option besteht zu großen Teilen aus Zucker. Dazu serviert man getrocknete Pflaumen oder Pfirsiche und gibt, um der sauren Note willen, einen Spritzer Limettensaft hinzu. Während des Tripel-Allianz-Krieges aufgrund ihrer einfachen und vielseitigen Zubereitung gerne verspeist, darf die Mazamorra am Nationalfeiertag auf keiner gedeckten Tafel fehlen.

Lomitos

Spazieren Sie in Ihrem Urlaub an den Verkaufsständen in den Straßen Asuncións vorüber, werden Ihnen sicherlich jene Sandwiches auffallen: die Lomitos. Feinstes Rindfleisch in kleinen Stücken wird dabei zwischen zwei Weißbrotscheiben gelegt, welche mit einer leckeren Creme bestrichen sind. Diese Sauce kann auf unterschiedliche Weise zubereitet werden; viele Köche und Hausfrauen hüten das Rezepte für ihre Lomitos wie den eigenen Augapfel. Fest steht, dass unbedingt eine frische Avocado hinein muss. Diese wird geschält, püriert und mit Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch, Oregano und Pfeffer vermengt. Die genaue Mengenverteilung bleibt allerdings ein streng gehütetes Geheimnis und wird oft nur von Mutter zu Tochter weitergegeben!

Darauf sollten Ausländer in Paraguay achten

Nicht alle Teiles des Landes können als sicher angesehen werden. Weil die Demokratie sich immer noch nicht gefestigt hat und politische Unruhen keine Ungewöhnlichkeit sind, gilt es Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden. Überall wo Touristen sind, kommt es vermehrt zu Taschendiebstählen. Lassen Sie Ihre Wertgegenstände deshalb nicht aus den Augen. Spanisch und Guarani sind die am meisten benutzen Sprachen im paraguayischen Alltagsleben. Wer sich gerne mit Einheimischen unterhalten und einen realistischen Einblick in das Leben der Paraguayer nehmen möchte, sollte einige Brocken in beiden Sprachen erlernen. Sich in Guarani mit einem aguyjé, zu deutsch danke für eine Auskunft erkenntlich zeigen zu können, öffnet die Herzen der Menschen. Während der Mittagszeit wird es in den Monaten des Südsommers wahnsinnig heiß. Dann steht vor allem in den Dörfern des Gran Chaco das Leben still. Zwischen 12 und 16 Uhr gilt es deshalb als unhöflich an Haustüren zu klingeln oder Gefälligkeiten zu erfragen. Die Siesta möchte von den meisten Paraguayern in Ruhe und ohne Störungen verbracht werden.

Mentalität der Einheimischen

Die Bewohner des südamerikanischen Landes sind überaus gastfreundlich und offen. Gespräche entspinnen sich problemlos und so kommt man sich auf Reisen nie alleine vor. Neben der großen Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft ist es vor allem die Gelassenheit, die die Menschen auszeichnet. Stress und Hektik sind in Paraguay Fremdwörter, die man auch tunlichst vermeiden sollte. Diese Entspanntheit wirkt sich natürlich auch auf die Pünktlichkeit aus. Linienbusse benötigen von Haus aus keinen Fahrplan, weil die Abfahrtszeiten ohnehin nicht eingehalten werden können. Daher pendeln sie einfach. Ob an der Supermarktkasse, im Restaurant oder bei einer Polizeikontrolle; es ist immer genügend Zeit für ein kleines Schwätzchen. Gehetzten Touristen wird dieser nationale Charakterzug zunächst ein wenig ungewöhnlich vorkommen, doch schon nach kurzer Zeit stellen die meisten fest, wie angenehm dieser ist.

Schlechte Infrastruktur

Die permanenten Überschwemmungen, die sengende Hitze im Gran Chaco und die extrem geringe Bevölkerungsdichte im ländlichen Raum haben Paraguays Infrastruktur im Griff. Weder lohnt es noch ist genügend Geld in der Staatskasse, um überall im Lande asphaltierte Straßen zu bauen. In und um die Metropolen existieren Autobahnen und breite Landstraßen. Nur wenige Kilometer davon entfernt, fahren die Autos auf Erdwegen. Auch verfügen nur Asunción und Ciudad del este über ein ausreichend gutes und westlichen Ansprüchen genügendes Gesundheitssystem. Auch das Mobilfunknetz funktioniert nur in den dichter besiedelten Landesteilen und so greifen Mietwagenverleiher häufig auf eingebaute Funkgeräte zurück. Reisen Urlauber mit einem Laptop im Gepäck, sollten sie vor dem Abflug genau checken, in welchen Regionen sie einen Internetzugang erwarten dürfen.

Drogenhandel und Kriminalität

Wie viele südamerikanische Nachbarstaaten so hat auch Paraguay Schwierigkeiten mit dem organisierten Verbrechen. Wertvoller Schmuck und teurer Gegenstände sollten nicht offen zur Schau gestellt werden, sie wecken Begehrlichkeiten. Die Straftatenliste Paraguays wird angeführt von Überfällen und Einbrüchen. Verbrechen sind hingegen selten. Gerade in den großen Städten ist es nicht ungewöhnlich einem Räuber gegenüber zustehen, der Geld, Handy oder die goldene Uhr haben möchte. In der Regel handelt es sich in diesen Fällen um Beschaffungskriminalität. Die Täter möchte den Überfall so schnell als möglich hinter sich bringen und durchsuchen deshalb ihr Opfer nicht. Es empfiehlt sich daher einen Geldbetrag allzeit griffbereit in der Hosentasche zu tragen, um jenen im Fall des Falles schnell abgeben zu können. Vom gefürchteten Drogenhandel bekommen Touristen selten etwas mit. Die Bosse agieren im Hintergrund und lassen sich nicht gerne bei ihren Geschäften zusehen. Darum kreuzen die Kuriere den Weg der Reisegruppen nur in Ausnahmefällen. Es kann Ihnen auch nicht passieren, durch Zufall in eines der Armenviertel Asuncións zu geraten. Die sogenannte Touristenpolizei patrouilliert an den Zufahrtsstraßen und weist desorientierte Urlauber darauf hin, besser nicht weiter zu spazieren.

Auswandern nach Paraguay

Mit seinen hübschen, einsamen Naturräumen, der leichten Lebensart und den gastfreundlichen Menschen erscheint Paraguay vielen Auswanderwilligen als Ideal. Wer nicht mehr für sein Geld arbeiten muss, sprich vom Ersparten lebt oder eine Rente bezieht, fühlt sich sicherlich wohl. Die Lebenshaltungskosten sind ebenso günstig wie die Grundstückspreise und so lässt sich der Traum inmitten der Freiheit des Gran Chaco oder des Pantanals zu wohnen, leicht realisieren. Vor der eigenen Veranda gewaltige Rinderherden grasen sehen, die Idylle des Rio Paraguay genießen oder am Ypacarai-See in den Sonnenuntergang schwimmen, sind mögliche Impressionen, die Sie erwarten.

Unterschiede zum Leben in Europa

Das Leben in Südamerika folgt einem anderen Rhythmus. Behörden und Ämter sind ebenfalls Teil des gelassenen Lebensstils und so kommt man mit dringlichen Anfragen selten rasch ans Ziel. Wer bereits im Rentenalter ist und auswandern möchte, sollte nicht vergessen, dass die medizinische Versorgung nicht dem Standard entspricht, den Europäer als normal erachten. Behandlungen sind kostenpflichtig und werden nicht von einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Kauft man ein Grundstück auf dem Land, kann es durchaus möglich sein, dass der nächste Arzt mehrere Stunden Autofahrt entfernt lebt. Auch Medikamente sind nicht allerorten und zu jeder Zeit zu bekommen. Vor der Auswanderung empfiehlt es sich mehrere Spanischkurse belegt zu haben. Einem einfachen Gespräch muss gefolgt und was auf der Tageszeitung steht, verstanden werden können. Ansonsten ist ein Neustart schwierig. Schmiergeldzahlung an Polizisten und Behörden, beispielsweise bei der Zollkontrolle der Möbel, sind nicht ungewöhnlich und werden vielerorts erwartet. Was Ihnen hierzulande eine Anzeige wegen versuchter Bestechung einbringen würde, gilt unter Paraguayern als kleine finanzielle Gefälligkeit. Das nationale Straßennetz kann aufgrund der natürlichen Gegebenheiten nur langsam weiter ausgebaut werden. Kurzentschlossen in die nächstgelegene Stadt zu fahren ist abhängig von der Regen- oder Trockenzeit nicht immer möglich. Außerdem haben sich Auswanderer daran zu gewöhnen, dass die Polizei gerne und häufig den Verkehr kontrolliert und dazu stets die Ausweisdokumente und die Aufenthaltsgenehmigung vorgelegt bekommen möchte.

Aufenthaltsgenehmigung beantragen

Um auf Dauer innerhalb des paraguayischen Staatsgebietes leben zu dürfen, muss eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden. Dazu benötigen deutsche Auswanderer ein polizeiliches Führungszeugnis ohne jedwede Eintragungen. Des weiteren ist der gültige Reisepass sowie ein Gesundheitszeugnis von Nöten. Es reicht letztes Dokument in Paraguay anfertigen zu lassen. Weil die dann Ausstellung in der Landessprache erfolgt, verkürzt diese Variante sogar den Behördengang. Ein deutsches Attest verlangt nach einer beglaubigten Übersetzung. Außerdem müssen Sie den Beamten Ihre Geburts-, gegebenenfalls Heiratsurkunde oder Scheidungsurkunde vorlegen. Wer mit schulpflichtigen Kindern einwandert, hat das letzte Zeugnis mitzubringen, das wiederum vom jeweiligen in Deutschland zuständigen Kultusministerium abgestempelt sein sollte. Verbleibt der leibliche Vater, die leibliche Mutter in der Bundesrepublik und wandern die Kinder nur mit einer Person und dem neuen Partner, der neuen Partnerin ein, braucht es die Zustimmung des anderen biologischen Elternteils. Es besteht keine Pflicht dazu, die Urkunden, die die berufliche Ausbildung dokumentieren vorzulegen, doch kann ihr Vorhandensein durchaus Vorteile bergen. Gerade Rentenbescheide und Universitätsabschlüsse beschleunigen die Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung. Diese gilt dauerhaft und muss nur alle zehn Jahre erneuert werden.

Ohne Startkapital läuft nichts

Um in Paraguay Fuß fassen zu können, wird eine Bankgarantie von 5000 US-Dollar verlangt. Diese gilt auch für Kinder unter 18 Jahren. Nur bei Ehepartnern reicht eine einmalige Garantie aus. Es geht den Behörden darum, ausschließlich Personen ins Land zu lassen, die über eine ausreichende Liquidität verfügen. Auswanderer sollten sich auch bewusst machen, dass die Arbeitsmarktsituation in Südamerika nicht besonders rosig ist. Wer sich mit der Absicht trägt, in Paraguay eine Geschäftsidee umzusetzen, braucht viel Geduld und das nötige Kleingeld. Wollen Sie sich niederlassen, um hier Ihren Lebensabend zu verbringen, ist ein gut gefülltes Konto dennoch zwingend erforderlich. Umzug, Immobilieneinkäufe, Provisionen und Behördengänge kosten Geld, wenngleich die Lebenshaltungskosten nicht so hoch sind wie in Deutschland.

Arbeit in Paraguay finden

Wegen einer Beschäftigungsquote von lediglich 50 Prozent hat die paraguayische Regierung immer wieder mit Protesten und großer Armut zu kämpfen. Allerdings existiert neben der offiziellen auch eine sogenannte Schattenwirtschaft. Viele der Arbeitslosen verfügen über ein geregeltes wenn auch extrem niedriges Einkommen, fallen aber dennoch die Gruppierung der Arbeitslosen. Man ist also wenig von neuen, ausländischen Mitbürgern begeistert, die auf dem übersichtlichen Arbeitsmarkt intervenieren möchten. Angestelltenverhältnisse entsprechen nicht denen in der Bundesrepublik und sind tendenziell schlecht bezahlt. Einzig die Gruppe der Selbstständigen wird keine Probleme haben, sich zu etablieren. In Lateinamerika zu leben und für ein deutsches Unternehmen via Internet zu arbeiten, gelingt ohne Schwierigkeiten.

Fazit

Einen Urlaub im Herzen des immergrünen südamerikanischen Kontinents zu verbringen, lässt unvergessliche Impressionen sammeln. Die paraguayischen Landschaften sind atemberaubend schön und einsam. Auf Touren durch den Gran Chaco begegnet man oft tagelang keiner Menschenseele. Wer sich einer Reisegruppe und damit einem erfahrenen Guide anschließt, entdeckt Kleinode wie die imposanten Wasserfälle im Nationalpark Cerro Corá oder blickt einem im Pantanal herumstreifenden Jaguar direkt in die Augen. Gelassenheit und Entschleunigung versprechen die sanften Hügel rund um San Bernandino und will man sich von der Wucht der Natur inspirieren lassen, gehören die Iguazú-Wasserfälle zum touristischen Pflichtprogramm. Paraguays Juwele sind die Stille und die Artenvielfalt. Beides lässt sich bei einem Aufenthalt bestaunen und wer den Entdeckern Amerikas nachfühlen möchte, wird sich hier im sprichwörtlichen und sagenumwobenen Eldorado wähnen.